Salut! aus der Normandie

Ich grüße euch vom Nordatlantik, aus der Normandie. Wir machen Urlaub, der Chef, die Chefin und ich. Seit ein paar Tagen sprechen die beiden ganz merkwürdig, das heißt, die eine versucht es, der andere kann es. Sie nennen es französisch und ich finde, nach einer Weile hört es sich sehr nett an. Ich heiße jetzt nicht mehr Lenny, sondern Lénniiii. Wir haben einen Teil der Wohnung mitgenommen und diese auf vier Räder gepackt. Der Chef hat alles begutachtet und mir mit wichtiger Mine erklärt, dass im Camper nicht rumgesaut wird. Hm. Camper. Rumsauen? Ich weiß gar nicht, was er meint. Doch ich möchte euch nicht mit Nichtigkeiten langweilen, sondern von meinen Erlebnissen berichten.

Habt ihr schon einmal am Hintern einer Französin geschnüffelt? Ich kann euch sagen: Oh lala! Das Popöchen schwingt nicht nur reizend hin- und her, nein es sieht auch verdammt gut aus und duftet nach… „Salut! aus der Normandie“ weiterlesen

Hot Dogs – Summer In The City

Leute, ich bin fertig! Die Chefin guckt mich schon die ganze Zeit schräg an, weil ich einfach nicht zur Ruhe komme und ihr in jedes Zimmer hinterher schleiche. Es könnte schließlich sein, dass sie spontan spazieren gehen will. Das darf ich nicht verpassen. Ich muss mit. Manchmal habe ich ein wenig Angst, dass sie mich daheim vergisst und ganz allein auf Wanderschaft geht, zwischen Wiesen, Blumen, Bäumen und Seen. Und umgeben von all’ den großen, kleinen, dicken, dünnen, alten und jungen Hündinnen, die derzeit so wundervoll duften. Heute morgen erst ist uns Lina, eine Rottweiler-Schönheit, auf unserer Runde begegnet. Schon von weitem erschnupperte ich ihr köstliches Odeur, eine erdige Kopfnote, fein abgestimmt mit süßer Wollust. Diese zeigte mir Lina auch direkt, indem sie ihre Rute zur Seite und mir ihr Hinterteil entgegen streckte. Sämtliche Synapsen in meinem kleinen Hundehirn brannten durch – wohl aber nicht die Leine und mein Popeye-starkes Frauchen am anderen Ende derer. Mit einem lauten Ratsch rastete meine zehn Meter langen Rolleine, auf fünfzig Zentimeter gekürzt ein. Ich hing vorn strampelnd in der Luft, während meine Pfoten hinten über den Asphalt scharrten.

Zusammen zappelnden wir an Lina vorbei, was nicht nur für sie ein seltsames Bild ergab, auch für den Menschen an ihrer Leine. Der guckte nämlich ähnlich schräg wie die Chefin und hielt reichlich Abstand zu uns.

Die nächste Ecke als Sichtzuflucht nehmend, stolperten wir direkt in eine erneute erfreuliche Situation. Also für mich, nicht für die Chefin. Denn dort tippelten uns fröhlich Frau Mutzel, eine zuckersüße Prager-Rattler-Hündin und ihr Frauchen entgegen. Das Frauchen ist die Freundin meiner Menschin, Frau Mutzel ist die meine. Nun könnt ihr euch unsere Freude vorstellen, wobei ich die meine sehr offen und sehr innig meiner kleinen Freundin gegenüber zeigte und die Chefin damit beschäftigt war, alle anwesenden Lebewesen aus dem nun entstandenem Leinen-Wirrwarr zu befreien. Klappte nicht ganz, da Frau Mutzel mit mir Hasche spielte und ich bereitwillig ihrem Lockruf folgte. Also dachte ich zumindest, bei den Frauen weiß man ja nie. Dann klemmte sie auch noch ihre Rute zwischen die Beine, so dass meine Aussicht weniger verlockend, als der Duft war, der sie umgab. Hatte sie keine Lust mehr? Ich hielt kurz inne. Das reichte jedoch aus, um Leinen, Menschen und Hunde voneinander zu lösen und die Gunst der Stunde zu nutzen, auf die gegenüberliegende Straßenseite zu flüchten. Meine Chefin rief ihrer Freundin Nettigkeiten zu, während mir Frau Mutzel scheinbar erleichtert von der anderen Straßenseite zugrinste. Verstehe einer die Frauen. Vor drei Tagen hatte sie sich mir noch bereitwillig untergeschoben und nun täuschte sie Unwohlsein vor. Weiber! In meinem Kopf waberte Nebel und ich trottete hinter meinem Frauchen her. Eigentlich zog sie mich über die Wege bis nach Hause, weil ich meine Nase tief in den Staub derer steckte und jeden Grashalm einzeln beschnüffeln musste. Manchmal schob ich schnell meine Zunge hinterher, um wenigstens ein wenig von dem Geschmack abzubekommen, was ich verpasst hatte. Das reichte dann auch, um mein liebevoll arrangiertes Futter nur kurz anzutesten, um es dann beleidigt und von Erde gesättigt stehen zu lassen.

Die Chefin schüttelt mit dem Kopf. Ich auch. Wir verstehen uns heute nicht so gut. Wie auch. Sie ist ja ebenfalls ein Mädchen.

Ein PoKö-Labbistafviz. Zum Tag des Mischlinghundes.

„Wer bist du denn?“, fragt mich der Typ, dessen Fell allein um die Schnauze wächst. Bunt ist er. Auf seiner Haut tummeln sich unzählige Bilder. Bestimmt fehlt ihm deshalb die Behaarung. Er steht über mir, die Hände in die Seiten gestemmt und blickt mich fragend an. Ich schaue zurück und belle ein bisschen.

„Lenny, Rockstar-Hund und der beste Freund von Pippa.“

Er versteht mich nicht, die Chefin schon und übersetzt meine Antwort in ein für ihn verständliches Deutsch.

„Ahhh!“, tonalt nun der Bärtige. „Und WAS bist du?“, fragt er wieder an mich gewandt.

„Ein Hund!“, belle ich ihm entgegen. „Alter, was sonst. Vier Beine auf einem geschmeidigen Körper, eine Rute, ein Kopf und zwei Ohren. Eine Schnauze, die dich gerade anbellt, was beweist: Ich bin ein Köter.“

Wieder schaut er die Chefin an, die nun wissend in sich hinein schmunzelt.

„Ist wahrscheinlich ein Pokö.“, beginnt sie mit ihrer freien Übersetzung. „Mit einem Schuss Labbistafviz.“

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Meine wunderbare Welt.

Freitagabend. Das kleine Wochenende vor dem Großen. Ich freue mich, weil ich Chef und Chefin ganz für mich habe. Mindestens zwei Tage lang. Und es fängt schon gut an. Wir gehen essen. Gleich bei uns um die Ecke ist ein Sportrestaurant mit dem weltbesten Ausblick über Sportplatz, Wiese und Park. Dort, wo wir täglich spazieren gehen und ich meine Kumpels treffe. Vom Biergarten vor der Gaststätte aus, kann ich sie alle beobachten, währenddessen ich unbemerkt verlorengegangene Pommes und Fleischfitzelchen einatme. Die Chefin hat extra meine Lieblingsdecke auf dem Boden ausgebreitet, damit ich es genauso gemütlich habe, wie die beiden auf ihren Klappstühlen mit Sitzpolster. Ein laues Lüftchen weht um meine empfindsame Hundenase und trägt Spuren von Gebratenem aus der Küche mit sich. Auch ein wenig von Goethe, einem hellen Labrador, der hinten auf der Wiese tollt. Er heißt tatsächlich so. Ein leicht unterwürfiger Feingeist. Ihn belle ich gern an die Wand, dann legt er sich hin und zeigt mir seinen Bauch. Somit sind die Fronten geklärt und ich wieder der Boss im Revier.

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Und es hat ‚Omm‘ gemacht.

Morgens beobachte ich gern die Chefin, wie sie ihren Ritualen nachgeht. Seit einiger Zeit ist ein neues hinzu gekommen, was zwischen kaltem Wasser im Gesicht und der ersten Tasse Kaffee stattfindet. Dafür steht sie extra eine halbe Stunde früher auf.

„Das, mein lieber Hund, ist Yoga.“ hat sie mir mal mit wichtigtuerischem Blick erzählt.

Ich nenne es lustiges Figurentanzen und habe eine leise Ahnung, dass sie mir einige davon abgeschaut hat. Den Hund zum Beispiel. Die Hinterläufe auf dem Boden ausgestreckt, die Vorderpfoten gerade auf selbigen gestemmt und den Hals ganz weit in die Luft strecken. Dabei den Rumpf nach oben dehnen. Danach imitiert sie direkt die Katze aus Nachbars Garten und stellt sich auf alle vier Beine und drückt den Körper buckelähnlich nach oben, um sich dann langsam in eine gerade Position zurück zu atmen. Sieht komisch aus, ist es anscheinend auch.

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