Das bisschen Haushalt….

…macht sich nicht allein, sagt die Chefin, während ich mich nach einer Mütze Schlaf erschöpft an den Wäschekorb lehne und die Vormittagssonne genieße. Tatsächlich sehe ich mein Frauchen meist sitzend auf der Couch, im gelben IKEA-Chefsessel (ihr neues Zuhause auf 2 qm sagt sie immer) oder an der Wickelkommode stehend. Immer dabei , die Mini-Chefin. Erstaunlich wie so eine kleine Portion eine so große, wie mein Frauchen auf Trab halten kann. Da werden im Minutentakt Windeln gewechselt – auch so ein Ding, was da alles rauskommt bei dem Zwerg – dann wird dem lautstarken Krähen nach Nahrung und Trinkgelüsten umgehend nachgegeben oder die Bespaßungsmaschine wird angeworfen. Und wenn das Minime meiner Chefs doch einmal schläft, dann wirbelt das Frauchen durch unsere 3-Zimmer-Residenz und versucht ansatzweise Ordnung ins Chaos zu bringen. Immer mit einem Auge auf die kleine Chefin werfend. Und wehe sie muckst auf, dann wird die Höllenmaschine namens Staubsauger ausgepackt und angeworfen. Sehr zu meinem Leid, denn das brummende Monster ist mir mehr als unangenehm. Dem Kind nicht – das schläft tatsächlich wieder ein. Verstehe einer die Menschen.

Ich freue mich meist auf die Nachmittage, dann poliere ich meine schwarzen Lederslipper auf Hochglanz und wir gehen raus. Fußwege, Feldwege, Straßen. Dann kann ich wieder zeigen, wer der Held der Parks ist – ich, der Rockstarhund.

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Von Bällen und Püpsen

„Du wirst langsam wunderlich.“, meint die Chefin und grinst mich vielsagend an. Ich schaue unter dem Tisch hervor und tue so, als ob ich sie nicht verstehen würde. Dann schickt mich der Chef aus der Küche und auf meine Hundedecke.

„Ich muss es anders angehen.“, denke ich noch, während ich mich auf der weichen Decke zusammenkuschele. Die beiden sind echt hartgesotten und ausdauernd. Oder einfach sehr geruchserprobt. Natürlich weiß ich, dass Betteln am Tisch nicht erlaubt ist. Also schleiche mich unter selbigen und verhalte mich ruhig. Ganz ruhig. Mucksmäuschenstill ruhig. Ich entspanne. Und im entscheidenen Moment lasse ich alle Entspannung aus mir heraus und setze eine kräftige Duftmarke. Okay, auf dem Fliesenboden ist das manchmal mit einem Geräusch verbunden, manchmal gelingt es mir jedoch, die Pobacken so anzuheben, dass meine Flatulenz geräuschlos unter dem Tisch hervor dampft. Der Plan dabei ist, dass meine beiden Menschen angewidert aufspringen und den Raum verlassen. Dann habe ich freien Zugriff. Doch meinen Plan habe ich ohne die beiden gemacht. Die sind zwar angewidert, aber bleiben sitzen und wedeln meine Bombe mit Händen und Beinen zur Tür hinaus. Wie eben auch mich – mit Worten. Diese Methode probe ich nun schon einige Zeit, aber der Erfolg bleibt einfach aus. Vielleicht sollte ich mir etwas neues einfallen lassen. Eine Zeit lang habe ich zum Beispiel mein Fressen nicht mehr angerührt, wenn die Chefin oder der Chef nicht daneben stehen geblieben sind. Aber auch das haben beide kurzfristig durchschaut und sich dann lachend mit dem Finger an die Stirn geklopft. Keine Ahnung was das zu bedeuten hat, aber in der Menschensprache ist so einiges anders. Das Zungeherausstrecken zum Beispiel. Ich denke immer: „Toll, jetzt gibt es eine Liebkosung!“, doch dann ziehen sie ihren kurzen rosa Lappen wieder hinter die Zähne zurück und wenden sich ab. „Von Bällen und Püpsen“ weiterlesen

Die Chefin hat das Wort – von Intim- und Individualdistanzen.

Liebe andere Hundebesitzer und Fellnasenstreichler,

ich verstehe Euer Bedürfnis nach Nähe und Eure Suche nach neuen Spielgefährten für Eure Hunde. Ich verstehe, dass Ihr Freude daran habt, wenn Eure Vierbeiner miteinander toben und sich putzig über die Wiesen jagen. Ich verstehe, dass Ihr Euch für großartige Hundehalter befindet und in Euren Augen alles richtig macht. Ich verstehe es, weil auch ich für meinen Hund das Beste möchte und sehr gut weiß, wie sein Charakter ist und was seine Bedürfnisse sind.

Was ich nicht verstehe, ist Eure häufig vorkommende Distanzlosigkeit. Es hat einen Grund, weshalb ich meinen Hund an die Leine nehme, wenn sich ihm ein anderer, unbekannter oder gar unbeliebter Felltoffel nähert. Das mache ich nicht, um meinem Rüden das Spielen zu vermiesen, sondern weil ich weiß, dass er nicht immer freundlich auf andere reagiert. Nein, er beißt nicht, aber er hat Angst. Und diese macht ihn zu einem Angstbeller. Ein Angstbeller wirkt oft auf andere Hunde aggressiv, weshalb das Gegenüber gern zum Angriff ansetzt, wenn meiner mal wieder die Klappe zu voll genommen hat. Dazu kommt noch, dass mein Hund sich nun an der Leine befindet und er keine Möglichkeit zur Flucht sieht. Die Situation eskaliert. „Die Chefin hat das Wort – von Intim- und Individualdistanzen.“ weiterlesen

Heiter bis stürmisch.

Ich liebe Sonntage. Der Chef und die Chefin starten entspannt in den Tag und am Nachmittag geht es meistens in den Wald. Was für ein (Hunde-) Leben! Und heiter begann auch dieser Sonntag. Gegen 9.30 Uhr streckte die Chefin erst ihre Nase ins Wohnzimmer und blinzelte noch etwas verschlafen, dann folgten ihr Bauch und schlussendlich auch der Rest. Ich rückte mich schon in Pose und präsentierte ihr meinen Bauch zum Kraulen. Tat sie auch. Nur zu kurz. Aber ich will nicht kleinlich sein, da ihr Magen so laut grollte, wie Benno von Weyden, der alte Protzer, wenn er mich sieht. Benno ist ein Chihuahua, wurde aber von einer Rottweilerdame aufgezogen, weil seine eigene Mutter leider zu früh das zeitliche segnete. Jetzt könnt ihr Euch vorstellen, was in seinem kleinen Hundehirn vor sich geht und das auch alle Erklärungsversuche nichts nutzen. Benno hält sich für einen potenten Rottweilerrüden. Doch ich schweife ab.

Nach Cornflakes und Morgentoilette stand die Chefin bereit und zog uns beiden ein tarnfarbenes Mäntelchen an. Sie grinste. Der Chef – heute mit dem Frühstücksdienst beauftragt – fragte, ob wir uns in unserem Partnerlook vor der Welt verstecken wollten. Wenn der wüsste. Eine Tarnkappe für uns beide wäre wohl die bessere Wahl gewesen. Dann ging es los. Ab in den Park. Trotz eisiger Temperaturen blinzelte die Sonne durch milchig weiße Wolken und zeigt noch einmal die Farbenpracht des Herbstes. Gut gelaunt knipste meine Menschin mich von der Leine und animierte mich, die Sonntagszeitung im Park zu lesen. Hier und da kommentierte ich die Berichte oder korrigierte Falschmeldungen. Zwischendurch stärkte ich mich mit kleinen Leckereien aus der Chefin-Tasche. Es war traumhaft. Wir dödelten beide vor uns hin.  „Heiter bis stürmisch.“ weiterlesen

Die Chefin und ich am Rande des Wahnsinns.

Beim Rockstarhund war viel los in der letzten Zeit, so viel, dass nicht alles in eine Geschichte passt. Aber lasst mich erzählen, von den Dingen, die meine Chefin und mich an den Rand des Wahnsinns und wieder zurück brachten, von Gästen, die mein Bett belegten und meinem trickreichen Leckerlikonsum.

Die Chefin schüttelt nicht verstehend ihren Kopf, während sie auf ihr Smartphone starrt. Dann wischt sie hier und tippelt da, schüttelt den Kopf noch heftiger, so dass sich die kunstvoll arrangierten Haarwellen zu einer Sturmflut aufstellen. Dann legt sie das Handy weg und schaut mich grübelnd an.

„Hund“, beginnt sie mit fester Stimme und ich ahne Schlimmes „Wir müssen in Zukunft kürzer treten. Also du an der Leine. Das heißt, dein Wende- und Schnupperradius wird um mindestens sechs Meter gekürzt. Du läufst ab heute bei Fuß.“

Ich gucke sie aus treuherzigen Augen an, sehe die Worte aus ihrem Mund purzeln und versteh doch so gar nicht ihren Inhalt.

„Warum?“, stöhne ich fragend auf, und wie immer deutet die Chefin meine nonverbale Kommunikation richtig.

„Im Park ist mal wieder ein Irrer unterwegs, der Giftköder auslegt. Diesmal gut getarnt als belegte Schulbrote. So sieht es zumindest für die Spaziergänger aus. Wie weggeworfene Schnitten, die ein Kind nicht mehr essen wollte. Doch darin verbirgt sich Rattengift. Und als ob das nicht schlimm genug wäre, liegen diese Scheiben nahe des Kinderspielplatz aus. Das dritte Mal schon. Ich verstehe diese Menschen nicht. Was geht in deren Hirn vor? Oder ist im Oberstübchen nur das Licht an und keiner daheim?“

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Meine wunderbare Welt.

Freitagabend. Das kleine Wochenende vor dem Großen. Ich freue mich, weil ich Chef und Chefin ganz für mich habe. Mindestens zwei Tage lang. Und es fängt schon gut an. Wir gehen essen. Gleich bei uns um die Ecke ist ein Sportrestaurant mit dem weltbesten Ausblick über Sportplatz, Wiese und Park. Dort, wo wir täglich spazieren gehen und ich meine Kumpels treffe. Vom Biergarten vor der Gaststätte aus, kann ich sie alle beobachten, währenddessen ich unbemerkt verlorengegangene Pommes und Fleischfitzelchen einatme. Die Chefin hat extra meine Lieblingsdecke auf dem Boden ausgebreitet, damit ich es genauso gemütlich habe, wie die beiden auf ihren Klappstühlen mit Sitzpolster. Ein laues Lüftchen weht um meine empfindsame Hundenase und trägt Spuren von Gebratenem aus der Küche mit sich. Auch ein wenig von Goethe, einem hellen Labrador, der hinten auf der Wiese tollt. Er heißt tatsächlich so. Ein leicht unterwürfiger Feingeist. Ihn belle ich gern an die Wand, dann legt er sich hin und zeigt mir seinen Bauch. Somit sind die Fronten geklärt und ich wieder der Boss im Revier.

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