Das bisschen Haushalt….

…macht sich nicht allein, sagt die Chefin, während ich mich nach einer Mütze Schlaf erschöpft an den Wäschekorb lehne und die Vormittagssonne genieße. Tatsächlich sehe ich mein Frauchen meist sitzend auf der Couch, im gelben IKEA-Chefsessel (ihr neues Zuhause auf 2 qm sagt sie immer) oder an der Wickelkommode stehend. Immer dabei , die Mini-Chefin. Erstaunlich wie so eine kleine Portion eine so große, wie mein Frauchen auf Trab halten kann. Da werden im Minutentakt Windeln gewechselt – auch so ein Ding, was da alles rauskommt bei dem Zwerg – dann wird dem lautstarken Krähen nach Nahrung und Trinkgelüsten umgehend nachgegeben oder die Bespaßungsmaschine wird angeworfen. Und wenn das Minime meiner Chefs doch einmal schläft, dann wirbelt das Frauchen durch unsere 3-Zimmer-Residenz und versucht ansatzweise Ordnung ins Chaos zu bringen. Immer mit einem Auge auf die kleine Chefin werfend. Und wehe sie muckst auf, dann wird die Höllenmaschine namens Staubsauger ausgepackt und angeworfen. Sehr zu meinem Leid, denn das brummende Monster ist mir mehr als unangenehm. Dem Kind nicht – das schläft tatsächlich wieder ein. Verstehe einer die Menschen.

Ich freue mich meist auf die Nachmittage, dann poliere ich meine schwarzen Lederslipper auf Hochglanz und wir gehen raus. Fußwege, Feldwege, Straßen. Dann kann ich wieder zeigen, wer der Held der Parks ist – ich, der Rockstarhund.

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Die Neue.

Die Neue. Seit über 3 Wochen haben wir eine neue Mitbewohnerin. Sie ist ziemlich klein, aber laut wie nix. Und wenn sie dann in ihren Singsang verfällt, stimme ich ein und gebe den Bariton an. Die Chefs gucken dann immer ganz streng und machen „shhhhh schhhhhh“. Als ob das einen von uns beiden interessiert.

Ob die Neue und ich Freunde werden? Na bis jetzt durfte ich Ihr noch nicht mal quer über die Nase lecken, woher soll ich dann wissen, ob’s bei uns passt. Aber irgendwann, wenn sie Chefs mal nicht hinschauen, dann …. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Euer Rochstarhund

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Hat doch die Töle einen Pelzmantel an…

…oder wie der Schneemann zu seiner Krawatte kam.

„Hat doch die Töle einen Pelzmantel an.“

Der Chef guckt die Chefin fragend an.

„Kennste nicht?“

Ratloses Kopfschütteln.

„Ist aus einem Louis de Funes – Film. Fisch oder Fleisch. Da rennt ein Hund im Fuchskostüm durch den Wald und Louis ruft: Hat doch die Töle einen Pelzmantel an.“

„Mhm…“

Ich halte es wie der Chef und schüttele innerlich das Haupt. Die Chefin findet es witzig.

„Was ich damit sagen wollte, ist, dass mir im Park zwei Frauen begegnet sind und eine davon sehr belustigt auf unseren Hund zeigte und mich dann fragte, ob es zu der Jacke auch eine passende Mütze gäbe.“, erklärt sich das Frauchen endlich.

„Klar!, habe ich gerufen. Sogar passende Stiefelchen, aber die gibt es nur bei Tiefschnee.“

„Was ist daran so lustig, wenn ein Hund eine Jacke trägt? Ich habe auch nicht immer Lust zu erklären, dass er kälteempfindlich ist. Ich sehe ihm ja an, dass er sich der Jacke wegen schämt.“

„Warum redest du dich so in Rage?“, schenkt der Chef jetzt seine volle Aufmerksamkeit seiner Frau und ich schaue zwischen beiden hin- und her.

„Ach, manchmal nervt es einfach. Können die Nichtwisser das nicht einfach akzeptieren, anstatt mit den Fingern auf unseren Hund zu zeigen und ihn auszulachen? Ich habe die Frau auch nicht gefragt, ob sie ihr Hüftgold aufgrund der Kälte trägt.“

Ich sehe, wie sich ein Grinsen auf Herrchens Gesicht schleicht. „Und sonst so, wie war die Hunderunde?“

„Lustig.“, bekommt er als knappe Antwort. Und dann lacht die Chefin los. Ich weiß genau, worauf sie anspielt. Doch von vorn.

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Von Bällen und Püpsen

„Du wirst langsam wunderlich.“, meint die Chefin und grinst mich vielsagend an. Ich schaue unter dem Tisch hervor und tue so, als ob ich sie nicht verstehen würde. Dann schickt mich der Chef aus der Küche und auf meine Hundedecke.

„Ich muss es anders angehen.“, denke ich noch, während ich mich auf der weichen Decke zusammenkuschele. Die beiden sind echt hartgesotten und ausdauernd. Oder einfach sehr geruchserprobt. Natürlich weiß ich, dass Betteln am Tisch nicht erlaubt ist. Also schleiche mich unter selbigen und verhalte mich ruhig. Ganz ruhig. Mucksmäuschenstill ruhig. Ich entspanne. Und im entscheidenen Moment lasse ich alle Entspannung aus mir heraus und setze eine kräftige Duftmarke. Okay, auf dem Fliesenboden ist das manchmal mit einem Geräusch verbunden, manchmal gelingt es mir jedoch, die Pobacken so anzuheben, dass meine Flatulenz geräuschlos unter dem Tisch hervor dampft. Der Plan dabei ist, dass meine beiden Menschen angewidert aufspringen und den Raum verlassen. Dann habe ich freien Zugriff. Doch meinen Plan habe ich ohne die beiden gemacht. Die sind zwar angewidert, aber bleiben sitzen und wedeln meine Bombe mit Händen und Beinen zur Tür hinaus. Wie eben auch mich – mit Worten. Diese Methode probe ich nun schon einige Zeit, aber der Erfolg bleibt einfach aus. Vielleicht sollte ich mir etwas neues einfallen lassen. Eine Zeit lang habe ich zum Beispiel mein Fressen nicht mehr angerührt, wenn die Chefin oder der Chef nicht daneben stehen geblieben sind. Aber auch das haben beide kurzfristig durchschaut und sich dann lachend mit dem Finger an die Stirn geklopft. Keine Ahnung was das zu bedeuten hat, aber in der Menschensprache ist so einiges anders. Das Zungeherausstrecken zum Beispiel. Ich denke immer: „Toll, jetzt gibt es eine Liebkosung!“, doch dann ziehen sie ihren kurzen rosa Lappen wieder hinter die Zähne zurück und wenden sich ab. „Von Bällen und Püpsen“ weiterlesen

Heiter bis stürmisch.

Ich liebe Sonntage. Der Chef und die Chefin starten entspannt in den Tag und am Nachmittag geht es meistens in den Wald. Was für ein (Hunde-) Leben! Und heiter begann auch dieser Sonntag. Gegen 9.30 Uhr streckte die Chefin erst ihre Nase ins Wohnzimmer und blinzelte noch etwas verschlafen, dann folgten ihr Bauch und schlussendlich auch der Rest. Ich rückte mich schon in Pose und präsentierte ihr meinen Bauch zum Kraulen. Tat sie auch. Nur zu kurz. Aber ich will nicht kleinlich sein, da ihr Magen so laut grollte, wie Benno von Weyden, der alte Protzer, wenn er mich sieht. Benno ist ein Chihuahua, wurde aber von einer Rottweilerdame aufgezogen, weil seine eigene Mutter leider zu früh das zeitliche segnete. Jetzt könnt ihr Euch vorstellen, was in seinem kleinen Hundehirn vor sich geht und das auch alle Erklärungsversuche nichts nutzen. Benno hält sich für einen potenten Rottweilerrüden. Doch ich schweife ab.

Nach Cornflakes und Morgentoilette stand die Chefin bereit und zog uns beiden ein tarnfarbenes Mäntelchen an. Sie grinste. Der Chef – heute mit dem Frühstücksdienst beauftragt – fragte, ob wir uns in unserem Partnerlook vor der Welt verstecken wollten. Wenn der wüsste. Eine Tarnkappe für uns beide wäre wohl die bessere Wahl gewesen. Dann ging es los. Ab in den Park. Trotz eisiger Temperaturen blinzelte die Sonne durch milchig weiße Wolken und zeigt noch einmal die Farbenpracht des Herbstes. Gut gelaunt knipste meine Menschin mich von der Leine und animierte mich, die Sonntagszeitung im Park zu lesen. Hier und da kommentierte ich die Berichte oder korrigierte Falschmeldungen. Zwischendurch stärkte ich mich mit kleinen Leckereien aus der Chefin-Tasche. Es war traumhaft. Wir dödelten beide vor uns hin.  „Heiter bis stürmisch.“ weiterlesen

Das Ende der Sendepause.

Der Rockstarhund meldet sich aus einer extrem verlängerten Sommerpause zurück. Fünf Monate sind vergangen, ohne ein schriftliches Lebenszeichen. Doch warum? Ich möchte an dieser Stelle festhalten: Ich war es nicht! Ich habe keine Schuld. Es gab genug zu berichten, denn der Unfug in meinem Kopf ist grenzenlos. Beschwerden sind bitte bei meinen Menschen einzureichen. Beide sind maßgeblich an der Sendepause beteiligt. Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber der Chefin war knapp fünf Monate lang schlecht und dann wurde sie um die Mitte herum immer rundlicher.

Manchmal blinzele ich morgens vorsichtig durch müde Augenlider, ganz vorsichtig, weil ich nicht weiß, ob über Nacht nicht noch ein Zentimeterchen dazu gekommen ist. Sie riecht auch ganz toll und ich weiß, dass in ihrem runden Bauch etwas zappelt. Sie zeigt auch immer drauf und ruft: „Guck! Da ist ein kleines Menschlein drin, das gehört zu uns. Du wirst bald ein großer, haariger Bruder.“ Dann werden ihre Augen ganz feucht und ich weiß, dass ich noch mehr auf sie aufpassen muss. Deshalb belle ich jetzt schon vorsorglich, wenn wir auf eine Runde loslaufen. „Aaaaacccchhhhtung! Hier kommt der Rockstarhund und ich habe sensibles Gut dabei. Also alle runter von der Straße, macht Platz, wir kommen.“ „Das Ende der Sendepause.“ weiterlesen

Frühling 9.0

Ich drehe durch! Der Frühling klopft ans Türchen und nebst vielfältig sprießenden Krokussen, erblüht auch in mir eine taufrische Zuneigung zur erwachenden Natur. Die der läufigen Hundedamen, die ihre genussvollen Duftmarken gern eben auf jene Blümchen setzen, an denen ich später lecke und meine Chefin diese unwissend fotografiert. Weil die Chefin sich eben auch freut, dass der Winter seinen Rückzug angetreten hat, nur eben auf ihre Weise.

Da mir die Hinterlassenschaften der Damen jedoch so gut munden und meine Menschen das eklig finden, darf ich für eine bestimmte Zeit an einer zehn-Meter-Flexileine zappeln. Was wirklich lustig ist, wenn die Chefin jemand zum Schwatzen gefunden hat und kurz nicht auf mich achtet. Ich aber in der Ferne einen heiße Dame entdecke und mit Anlauf zu ihr sprinte. Nach zehn Metern ist Schluss. Schluss mit dem Erreichen meines Ziels und Schluss mit lustig. Für die Chefin und mich. Obwohl…ein heimliches Kichern nach der ersten Schrecksekunde kann auch ich mir nicht verkneifen. Denn während ich jäh gestoppt werde, greift die Zugkraft auch am anderen Ende der Leine zu. Und wer in Physik aufgepasst hat weiß, was es heißt, wenn sich knapp zwanzig Kilo Lebendgewicht um die Geschwindigkeit des Anlaufs maximieren. Der rechte Arm meiner Chefin hebt sich aus einer entspannten Rumbammelei heraus in die Waagerechte und während Arm und Schulter zuerst dem Zugzwang folgen, beschreibt ihr Kopf einen leichten Abwärtsknick nach links, bevor ihr ganzer Körper sich sprunghaft aus dem Unterhaltungsfeld ihres Gegenübers krümmt um anschließend fast einen Meter weiter im Grasmatsch zu landen. Einer ersten Eingebung nach schaue ich erschrocken und hilflos in ihre Richtung, überlege kurz ob ich dem Duft der Liebe folge oder aus Liebe eher meiner braungrünen Chefin beistehe. Schlussendlich ist sie es, die mich füttert. Ich laufe mit gesenktem Kopf meiner Menschin entgegen. Nicht weil ich mich schäme, sondern weil ich  mein Grinsen verberge.

Sie klopft sich vergebens die Spuren von nasser Erde und Gras aus der Jogginghose, während sie mich vorwurfsvoll anschaut und die Leine bei fünfzig Zentimer einfahren lässt.

„So Freundchen, dass war es mit Freiheit. Jetzt kannst du deine Nase gern in die Luft und nicht mehr in den Boden stecken.“

Ich schaue deprimiert. Mindestens fünf Minuten lang. Ich laufe bei Fuß und blinzele versucht entschuldigend in das Gesicht meiner Chefin. Sie blinzelt zurück.

„Ich weiß ganz genau, was du vorhast.“, guckt sie mit einem Anflug eines Lächelns auf mich herab.

Ich kann ihr eben nichts vormachen. Weder ich noch der Chef. Sie durchschaut uns beide. Denkt sie…

Wir laufen weiter und ich merke, wie die Leine langsam nachgibt und meine Chefin den Stopper der Flexileine gelöst hat. Ihre Gesprächspartnerin begleitet uns ebenfalls, als plötzlich ein Dobermann aus dem Gebüsch springt. Ich besudele mir fast vor Schreck die Hacken. Mein Frauchen schaut auch etwas blass, befiehlt dem Hundehühnen jedoch mit ausgetrecktem Zeigefinger, zurück zu seinem Herren zu gehen, den sie als Punkt irgendwo auf dem Weg ausmacht.

Der Dobermann fixiert erst meine Chefin, dann mich, dann unsere Begleitung, als wäre er unschlüssig, was zu tun sei. Seinen eigenen Herren scheint er schon vergessen zu haben. Ich beginne zu knurren, meine Lefzen zittern gefährlich um mein noch vollständiges Gebiss. Der Dobermann neigt seinen Kopf, als versuche er mich zu verstehen. Wieder schiebt sich meine Chefin zwischen uns und brüllt dem fremden Hund Befehle entgegen, während die andere Frau ebenfalls Befehle brüllt, aber in die Richtung des Besitzers. Dann wechseln sich die Frauen ab. Ich habe mittlerweile meine Toleranzgrenze erreicht und überlege zum Angriff überzugehen, ehe es der Andere tut. Doch bevor ich meine angekündigten Hiebe in die Tat umsetzen kann, trollt sich der Dobermann und wackelt schwanzlos vergnügt zurück zu seinem Herren, der entspannt qualmend endlich das Szenario erreicht hat.

„Junge!“, höre ich meine Chefin schimpfen. „Wechsel mal die Kräuter in deinem Paper und komm aus dem Knick.“

Dann trollt sich jeder in eine andere Richtung und verdaut die Situation auf seine Weise.

„Ist das bei dir immer so spannend?“, höre ich die Frau neben meinem Frauchen fragen. Diese guckt nur und grinst wissend. Ist halt noch alles dran, an dem kleinen Rockstar. Den Rest der Strecke bin ich sehr bemüht, jeden Anlass von Stress aus dem Weg zu gehen, denn über uns bricht sich die Dämmerung und damit auch die Zeit des Abendessens an.