Hat doch die Töle einen Pelzmantel an…

…oder wie der Schneemann zu seiner Krawatte kam.

„Hat doch die Töle einen Pelzmantel an.“

Der Chef guckt die Chefin fragend an.

„Kennste nicht?“

Ratloses Kopfschütteln.

„Ist aus einem Louis de Funes – Film. Fisch oder Fleisch. Da rennt ein Hund im Fuchskostüm durch den Wald und Louis ruft: Hat doch die Töle einen Pelzmantel an.“

„Mhm…“

Ich halte es wie der Chef und schüttele innerlich das Haupt. Die Chefin findet es witzig.

„Was ich damit sagen wollte, ist, dass mir im Park zwei Frauen begegnet sind und eine davon sehr belustigt auf unseren Hund zeigte und mich dann fragte, ob es zu der Jacke auch eine passende Mütze gäbe.“, erklärt sich das Frauchen endlich.

„Klar!, habe ich gerufen. Sogar passende Stiefelchen, aber die gibt es nur bei Tiefschnee.“

„Was ist daran so lustig, wenn ein Hund eine Jacke trägt? Ich habe auch nicht immer Lust zu erklären, dass er kälteempfindlich ist. Ich sehe ihm ja an, dass er sich der Jacke wegen schämt.“

„Warum redest du dich so in Rage?“, schenkt der Chef jetzt seine volle Aufmerksamkeit seiner Frau und ich schaue zwischen beiden hin- und her.

„Ach, manchmal nervt es einfach. Können die Nichtwisser das nicht einfach akzeptieren, anstatt mit den Fingern auf unseren Hund zu zeigen und ihn auszulachen? Ich habe die Frau auch nicht gefragt, ob sie ihr Hüftgold aufgrund der Kälte trägt.“

Ich sehe, wie sich ein Grinsen auf Herrchens Gesicht schleicht. „Und sonst so, wie war die Hunderunde?“

„Lustig.“, bekommt er als knappe Antwort. Und dann lacht die Chefin los. Ich weiß genau, worauf sie anspielt. Doch von vorn.

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Von Bällen und Püpsen

„Du wirst langsam wunderlich.“, meint die Chefin und grinst mich vielsagend an. Ich schaue unter dem Tisch hervor und tue so, als ob ich sie nicht verstehen würde. Dann schickt mich der Chef aus der Küche und auf meine Hundedecke.

„Ich muss es anders angehen.“, denke ich noch, während ich mich auf der weichen Decke zusammenkuschele. Die beiden sind echt hartgesotten und ausdauernd. Oder einfach sehr geruchserprobt. Natürlich weiß ich, dass Betteln am Tisch nicht erlaubt ist. Also schleiche mich unter selbigen und verhalte mich ruhig. Ganz ruhig. Mucksmäuschenstill ruhig. Ich entspanne. Und im entscheidenen Moment lasse ich alle Entspannung aus mir heraus und setze eine kräftige Duftmarke. Okay, auf dem Fliesenboden ist das manchmal mit einem Geräusch verbunden, manchmal gelingt es mir jedoch, die Pobacken so anzuheben, dass meine Flatulenz geräuschlos unter dem Tisch hervor dampft. Der Plan dabei ist, dass meine beiden Menschen angewidert aufspringen und den Raum verlassen. Dann habe ich freien Zugriff. Doch meinen Plan habe ich ohne die beiden gemacht. Die sind zwar angewidert, aber bleiben sitzen und wedeln meine Bombe mit Händen und Beinen zur Tür hinaus. Wie eben auch mich – mit Worten. Diese Methode probe ich nun schon einige Zeit, aber der Erfolg bleibt einfach aus. Vielleicht sollte ich mir etwas neues einfallen lassen. Eine Zeit lang habe ich zum Beispiel mein Fressen nicht mehr angerührt, wenn die Chefin oder der Chef nicht daneben stehen geblieben sind. Aber auch das haben beide kurzfristig durchschaut und sich dann lachend mit dem Finger an die Stirn geklopft. Keine Ahnung was das zu bedeuten hat, aber in der Menschensprache ist so einiges anders. Das Zungeherausstrecken zum Beispiel. Ich denke immer: „Toll, jetzt gibt es eine Liebkosung!“, doch dann ziehen sie ihren kurzen rosa Lappen wieder hinter die Zähne zurück und wenden sich ab. „Von Bällen und Püpsen“ weiterlesen

Shades Of Grey -das Leben ist bunt.

„Die kommt aus Ungarn.“

„Hm, ich weiß.“

„Als ob wir hier nicht genug Hunde in den Tierheimen hätten.“

„Oh, mir war gar nicht bewusst, dass sich Tierschutz allein auf Deutschland begrenzt.“

„Wie meinen Sie das?“

„So wie ich es sage. Der Hund im ansässigen Tierheim hat genauso eine Chance auf ein gutes Zuhause, wie der Hund aus Ungarn, Polen, Tschechien oder irgendwoher. Zumal unsere Heime den Tieren ein Dach über dem Kopf und regelmäßiges Futter bieten. Das ist in anderen Ländern nicht immer bedingbar.“

Eine kurze Pause entsteht und ich schaue aufmerksam von meiner Chefin zu der anderen Frau, deren Mops mir gerade wiederholt am Hintern schnüffelt.

Manchmal denke ich, dass diese Art der Sympathiebekundung es auch Menschen einfacher machen würde, miteinander umzugehen. Eine kurze, aber intensive Geruchsprobe und schon klärt sich die Frage der Anziehung. Während ich meinen Gedanken nach- und den Mops versuche abzuhängen, wird das Gespräch und die Luft obenrum dünner.

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Meine Ferien in Serie(n). Tag eins.

Wir sind im Urlaub. Meine Menschen und ich. Yeah! Ich weiß es genau, denn vor uns liegt unendliches Wasser, es glitzert und funkelt und die Sonne geht langsam am Horizont unter. Meine Chefin ist ganz entspannt und gräbt ihr nackten Füße in den weichen Sand. Ich tue es ihr gleich und stecke meine Nase gleich mit dazu, was leider zu einem feuchten Niesanfall führt. Kleine Sandbröckchen treffen ihre unbekleideten Waden und sie springt auf und lacht.

„Komm!“, ruft sie und rennt zum Wasser hinunter, in dem mein Chef schon seine müden Füße kühlt. Ich renne hinterher. Autsch! Etwas Scharfes hat sich zwischen meine kleinen Ledersohlen geschoben. Nochmal Autsch! Das Auftreten fällt mir schwer. „Hey, hey, Chefin. Guck doch mal!“, versuche ich sie mit leisem Fiepen aufmerksam zu machen und hinke die letzten Meter.

Noch immer lächelnd, aber mit besorgtem Blick schaut sie sich meine Pfote an. Wir verstehen uns. Manchmal denke ich, dass sie hündisch kann. Sie reibt über die empfindliche Stelle und zieht ein Stückchen von einer Muschel hervor, wie sie an den Chef gewandt feststellt. Dann hält sie mich noch kurz, streichelt mir über den Kopf und platziert ein kleines Küsschen auf meiner Stirn. Ich setze meine Pfote vorsichtig auf, der Sand kitzelt, aber der Schmerz ist fort.

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