Salut! aus der Normandie

Ich grüße euch vom Nordatlantik, aus der Normandie. Wir machen Urlaub, der Chef, die Chefin und ich. Seit ein paar Tagen sprechen die beiden ganz merkwürdig, das heißt, die eine versucht es, der andere kann es. Sie nennen es französisch und ich finde, nach einer Weile hört es sich sehr nett an. Ich heiße jetzt nicht mehr Lenny, sondern Lénniiii. Wir haben einen Teil der Wohnung mitgenommen und diese auf vier Räder gepackt. Der Chef hat alles begutachtet und mir mit wichtiger Mine erklärt, dass im Camper nicht rumgesaut wird. Hm. Camper. Rumsauen? Ich weiß gar nicht, was er meint. Doch ich möchte euch nicht mit Nichtigkeiten langweilen, sondern von meinen Erlebnissen berichten.

Habt ihr schon einmal am Hintern einer Französin geschnüffelt? Ich kann euch sagen: Oh lala! Das Popöchen schwingt nicht nur reizend hin- und her, nein es sieht auch verdammt gut aus und duftet nach… Egal, es ist einfach betörend. Wahrscheinlich versteht ihr soundso nicht meine Geruchsvorliebe. Ist wie bei der Chefin, die guckt auch immer komisch, wenn ich mich in totem Fisch aale. Dabei zieht sie die Mundwinkel nach unten, legt die Stirn in Falten und nimmt einen sehr leidvollen Gesichtsausdruck an. Dann kickst sie in hohen Tönen – welche in meinen empfindlichen Hundeohren schmerzen – Laute wie: Iiiihhhh, Pfui, iiiihhhh, äks, würg. Verstehe ich gar nicht, schnuppert doch hervorragend! Dabei ist es ihr Duft, den sie aus einer Flasche an ihren Hals spritzt, der mich zum Niesen bringt. Beim Chef auch. Da fragt mich schließlich auch keiner.

Doch zurück zu den kleinen Französinnen. Davon sind mir heute mehrere über den Weg gelaufen. Zartbepelzt, mit einer herrlich arroganten Attitüde. Da stehe ich drauf. Unter ihnen gab es auch ein paar „Le Fiffi de pute“. Doch wenn das Frauchen ihren Pelz wasserstoffblond gefärbt und die Fiffi-Dame ein Schleifchen über der Stirn trägt, wechsle ich freiwillig die Straßenseite. Ist mir einfach zu anstrengend, die hohen Stimmen und trippelnden Schritte, das bereitwillige Anbieten und gekünstelt Schöne. Ich stehe auf echte Frauen mit Wackelpo. Das haben die Französinnen einfach drauf. So ein hübsches pelziges Popöchen ist mir heute am Strand direkt vor die Nase gelaufen und ich durfte kurz einen tiefen Atemzug nehmen. Dann tänzelte sie hoch erhobenen Hauptes weiter und ich kühlte meine Cojones erst einmal im Meer. Herrlich wie die Wellen um meine Pfoten schwappen und stinkige Algen meine Sinne reizen, mich ablenken und ein neues Ziel fokussieren lassen. Möwen. Zumindest hat mir das die Chefin erklärt. Das sind Vögel, die schwimmen und fliegen können. Das hatte mich anfangs irritiert und ich wollte jede einzelne retten, indem ich in den Atlantik flitzte, um sie aus den Tiefen des Ozeans herauszufischen.  Komischerweise erhoben sie sich kurz vor meinem Rettungsversuch in die Lüfte, um sich ein Stück weiter wieder auf dem Wasser hernieder zu lassen. Das war mir dann doch zu spektakulär und vor allem zu weit draußen, sollten sie doch sehen, wie sie mit der Strömung zurecht kommen. Ein paar einzelne davon flätzten im Sandstrand. Das wollte ich mir näher betrachten und rannte laut grüßend auf die kleine Schar zu. Unter lautem Gekreische, eine Sprache, die ich nicht verstehe, starteten sie in das Blau des Himmels und kackten dabei unfreundlicher Weise direkt neben mich. Na wartet, euch erwische ich auch noch. Mir einen Hinterhalt suchend, beobachtete ich die Krummschnäbel und stürzte aus meinem Versteck auf einen von ihnen zu. Ich spürte noch den Hauch seines Flügelschlages, dann flog der Vogel laut keckernd über mir. Blöde Viecher. Für heute reicht es. Dann springe ich lieber noch ein wenig durch die Wellen und beiße in das Wasser. Das gefällt der Chefin gut und sie lacht laut auf. Der Chef wirft ein paar Steine in meine Richtung und denkt, ich wäre so blöd anzunehmen, dass es Bälle sind, mit denen er mich lockt. Apropos locken, da steigt genau in meiner Sichthöhe die nächste Schöne aus dem Wasser und aus ihrem nassen dunklem Fell, dass nun dicht an ihrem schlanken Körper anliegt, perlt das Meerwasser. Ich belle ihr ein kurzes „Salut!“ entgegen und bewundere dabei die Anmut, mit der sie den Fluten entsteigt.

Sie nickt kurz in meine Richtung und schüttelt sich dann elegant das Nass aus dem Pelz. Großartig! Diese Drehbewegung, mit der sie ihren ganzen Körper in Schwingungen versetzt. Welche Grazie. Ich gehe ein paar Pfotenlängen auf sie zu und strecke ihr meine Nase entgegen.

„Grüß Gott, Burschi. Mogst ma riechen?“, fordert sie mich im tiefsten bayrischen Dialekt auf und dreht mir ihren Hintern zu.

Aus der Zauber, verflogen all‘ die Fantasie von gehauchtem „Vouloir voir coucher avec moi.“ Ich drehe mich nun meinerseits um und präsentiere ihr mein PoKö-Popöchen (PoKö=Polenköter), flitze zurück zu meinen Menschen und winde mich somit aus der Situation heraus.

Zurück bei unserem Haus auf vier Rädern, gibt es für alle Frühstück und danach genügend Zeit, um meine Eindrücke zu verarbeiten und von kleinen Französinnen zu träumen. Se Coucher….

 

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