Ein PoKö-Labbistafviz. Zum Tag des Mischlinghundes.

„Wer bist du denn?“, fragt mich der Typ, dessen Fell allein um die Schnauze wächst. Bunt ist er. Auf seiner Haut tummeln sich unzählige Bilder. Bestimmt fehlt ihm deshalb die Behaarung. Er steht über mir, die Hände in die Seiten gestemmt und blickt mich fragend an. Ich schaue zurück und belle ein bisschen.

„Lenny, Rockstar-Hund und der beste Freund von Pippa.“

Er versteht mich nicht, die Chefin schon und übersetzt meine Antwort in ein für ihn verständliches Deutsch.

„Ahhh!“, tonalt nun der Bärtige. „Und WAS bist du?“, fragt er wieder an mich gewandt.

„Ein Hund!“, belle ich ihm entgegen. „Alter, was sonst. Vier Beine auf einem geschmeidigen Körper, eine Rute, ein Kopf und zwei Ohren. Eine Schnauze, die dich gerade anbellt, was beweist: Ich bin ein Köter.“

Wieder schaut er die Chefin an, die nun wissend in sich hinein schmunzelt.

„Ist wahrscheinlich ein Pokö.“, beginnt sie mit ihrer freien Übersetzung. „Mit einem Schuss Labbistafviz.“

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Meine wunderbare Welt.

Freitagabend. Das kleine Wochenende vor dem Großen. Ich freue mich, weil ich Chef und Chefin ganz für mich habe. Mindestens zwei Tage lang. Und es fängt schon gut an. Wir gehen essen. Gleich bei uns um die Ecke ist ein Sportrestaurant mit dem weltbesten Ausblick über Sportplatz, Wiese und Park. Dort, wo wir täglich spazieren gehen und ich meine Kumpels treffe. Vom Biergarten vor der Gaststätte aus, kann ich sie alle beobachten, währenddessen ich unbemerkt verlorengegangene Pommes und Fleischfitzelchen einatme. Die Chefin hat extra meine Lieblingsdecke auf dem Boden ausgebreitet, damit ich es genauso gemütlich habe, wie die beiden auf ihren Klappstühlen mit Sitzpolster. Ein laues Lüftchen weht um meine empfindsame Hundenase und trägt Spuren von Gebratenem aus der Küche mit sich. Auch ein wenig von Goethe, einem hellen Labrador, der hinten auf der Wiese tollt. Er heißt tatsächlich so. Ein leicht unterwürfiger Feingeist. Ihn belle ich gern an die Wand, dann legt er sich hin und zeigt mir seinen Bauch. Somit sind die Fronten geklärt und ich wieder der Boss im Revier.

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Und es hat ‚Omm‘ gemacht.

Morgens beobachte ich gern die Chefin, wie sie ihren Ritualen nachgeht. Seit einiger Zeit ist ein neues hinzu gekommen, was zwischen kaltem Wasser im Gesicht und der ersten Tasse Kaffee stattfindet. Dafür steht sie extra eine halbe Stunde früher auf.

„Das, mein lieber Hund, ist Yoga.“ hat sie mir mal mit wichtigtuerischem Blick erzählt.

Ich nenne es lustiges Figurentanzen und habe eine leise Ahnung, dass sie mir einige davon abgeschaut hat. Den Hund zum Beispiel. Die Hinterläufe auf dem Boden ausgestreckt, die Vorderpfoten gerade auf selbigen gestemmt und den Hals ganz weit in die Luft strecken. Dabei den Rumpf nach oben dehnen. Danach imitiert sie direkt die Katze aus Nachbars Garten und stellt sich auf alle vier Beine und drückt den Körper buckelähnlich nach oben, um sich dann langsam in eine gerade Position zurück zu atmen. Sieht komisch aus, ist es anscheinend auch.

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What’s Up, Buttercup?

Whats’s up? Es ist Wochenende und die Chefin trägt noch ihr Kissen im Gesicht. Merke: wenn sie wie eine Mischung aus chinesischem Faltenhund und Bull-Terrier aus dem Bett steigt, sei unbedingt freundlich. Besser noch, verhalte dich still und geh auf deinen dir zugewiesenen Platz. In meiner Freude über den beginnenden Samstag habe ich das völlig überblickt und bin ihr direkt mit feuchter Zunge ins Gesicht gesprungen. Ihre Antwort war ein direkter Platzverweis und ein dreimal aufeinanderfolgendes polterndes Niesen. Der Chef schaut misstrauisch auf die zerknautschte Frau, die neben ihm im Bett versucht sämtliche Gebeine auseinanderzuknoten.

„Na, schlecht geschlafen?“

„Hmmm, grmpf, haaaatschhiii!“, antwortet sie ihn übersprudelnd.

Letzteres hatte ich in der vergangenen Nacht des Öfteren vernommen und mich von meiner Schlafgelegenheit am Fußende des Bettes auf mein persönliches Sofa in der Stube verzogen. So ein Hundeschlaf ist sensibel. Und wenn sich zu den Nies- noch Denkattacken gesellen, wird es auch mir zu bunt und ich suche meinen Traumfrieden an stilleren Orten. Den Chef hat das nicht gestört, er hatte in der Zeit Wälder abgeholzt, wie es sich für einen ordentlichen Kerl gehört.

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