Ein Wehklagen im Hundemagen

Leute, ist das heiß! Der Asphalt glüht unter meinen zarten Lederslippern, wobei die gerade aussehen wie Mokassins, da irgendein Idiot die Straße frisch geteert hat, über die meine Chefin und ich in den Park laufen. Gestern noch lag da Rollsplitt, der sich fies zwischen meine kleinen Zehen gekrümelt hat und irgendwann in den frühen Morgenstunden hat jemand versucht, die Steinchen zusammenzukleben. Doof nur, dass wir gerade Hitzerekorde schieben und sich alles schön zu einer klebrigen Masse verflüssigt, die aussieht, als wäre die Straße mit Wasser gesprengt worden. Vom Hausmeister nebenan zum Beispiel. War wohl auch der Gedanke meines Frauchens. Jetzt klebt ihr weißer Flipflop auf der Straße und ich sehe aus wie Pech-Mario (naaaa, Witz verstanden?). Und dabei waren die letzten Tage schon ziemlich beschissen. Im wahrsten Sinn des Wortes. Bitte entschuldigt meine ungehobelte Ausdrucksweise. Aber wenn es im Magen ziept und dann hinten drückt, ist jedes schöne Wort fehl am Platz. Keine Ahnung weshalb meine Verdauung so verrückt gespielt hat. Aber mit dem Problem stehe ich wohl nicht allein da.

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Ferien in Serie(n). Tag zwei.

Meine kleinen Lederslipper glühen. Seit Stunden schon latschen wir die Strandpromenade auf und ab, gehen in irgendwelche Geschäfte, in denen nur Klamotten hängen und ich muss mich in enge Kabinen setzen, während meine Menschen neue Sachen anprobieren. Ich kann mir schöneres vorstellen. Einen Supermarkt zum Beispiel. Da riecht es viel besser. Aber dort darf ich nicht rein. Die wissen schon warum. Meine Zunge ist flinker als meine Chefin gucken kann. Jetzt gucke ich gerade zu, wie sie ein kleines Stück Stoff über ihren Kopf zieht, der nur an Bändern hängt. Ein Bikini, erklärt sie mir und verrenkt sich die Arme quer über den Rücken. In der Nachbarkabine sehe ich zwei nackte Füße. Ich schnüffele. Riecht irgendwie nach altem Käse. So sehen die Zehen auch aus. Ein bisschen schrumpelig und unterhalb der beachtlich langen Krallen wachsen schwarze Haarbüschel aus der Haut. Ob das noch ein Mensch ist?

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Meine Ferien in Serie(n). Tag eins.

Wir sind im Urlaub. Meine Menschen und ich. Yeah! Ich weiß es genau, denn vor uns liegt unendliches Wasser, es glitzert und funkelt und die Sonne geht langsam am Horizont unter. Meine Chefin ist ganz entspannt und gräbt ihr nackten Füße in den weichen Sand. Ich tue es ihr gleich und stecke meine Nase gleich mit dazu, was leider zu einem feuchten Niesanfall führt. Kleine Sandbröckchen treffen ihre unbekleideten Waden und sie springt auf und lacht.

„Komm!“, ruft sie und rennt zum Wasser hinunter, in dem mein Chef schon seine müden Füße kühlt. Ich renne hinterher. Autsch! Etwas Scharfes hat sich zwischen meine kleinen Ledersohlen geschoben. Nochmal Autsch! Das Auftreten fällt mir schwer. „Hey, hey, Chefin. Guck doch mal!“, versuche ich sie mit leisem Fiepen aufmerksam zu machen und hinke die letzten Meter.

Noch immer lächelnd, aber mit besorgtem Blick schaut sie sich meine Pfote an. Wir verstehen uns. Manchmal denke ich, dass sie hündisch kann. Sie reibt über die empfindliche Stelle und zieht ein Stückchen von einer Muschel hervor, wie sie an den Chef gewandt feststellt. Dann hält sie mich noch kurz, streichelt mir über den Kopf und platziert ein kleines Küsschen auf meiner Stirn. Ich setze meine Pfote vorsichtig auf, der Sand kitzelt, aber der Schmerz ist fort.

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