Hundekeks und Zauberbrei – wir wünschen uns einen Thermomix herbei.

„So eine Merkelei*!“, brummelt die Chefin vor sich hin, begutachtet den kleinen Plastiklöffel mit der orangefarbenen Nahrungskonsistenz und schiebt ihn sich selber in den Mund.
„Hm, hm, lecker. Ich weiß gar nicht, was du hast. Der Kürbisbrei schmeckt prima!“, hält sie einen Monolog mit der Mini-Chefin. Diese grinst sich wie üblich eins und kontert gedanklich, dass die Mutter dann ihren Brei selber essen könne, wenn er denn so gut ist.
„HALT!“, möchte ich rufen. „HALT!“, seit wann mutiert die Chefin denn zum Resteverwerter? Das ist doch die Aufgabe des 50%igen Männeranteil im Hause des Rockstarhundes. Und da der Chef gerade nicht anwesend ist, weil er arbeiten muss, melde ich mich zum Doppeldienst.

„Hallo? Chefin…!“

Da hat mein Frauchen doch die ganze Portion verdrückt, sehr zur Freude des Minimadame, die nun ihrerseits quietschvergnügt nach der Milchbar illert.
Geheimes Abkommen… Soviel zur Solidarität von Zwerg zu Hund. Na warte, irgendwann fällt dein Lieblingsspielzeug aus Versehen vom Sofa auf den Boden, denke ich und trolle mich auf mein Kissen.

Später am Tag lausche ich den beiden Obrigkeiten bei einem interessanten Gespräch.
„…weniger Nahrungsmittel, die wir schlussendlich entsorgen, weil wir sie nicht verbraucht haben und diese nun verdorben sind. Wir kochen dann genau die Menge, die wir benötigen und werfen weniger weg. Zudem ist der ganze Kochvorgang gesünder. Und selbst der Babybrei geht einfacher zuzubereiten. Das ist keine Anschaffung für das nächste Jahr, sondern für viele Jahre und ich denke, dass sich somit der Kaufpreis über die Zeit amortisiert.“

Und wieder möchte ich rufen: „HALT! Ich bin doch euer Resteverwerter, dann bleibt noch weniger für mich übrig.“, doch die Chefin argumentiert weiter.

„Auch Hundekekse kann der Thermomix**.“

Was? Hundekekse? Thermomix? Keine Ahnung was das Mixding ist, aber wenn die Chefin damit Hundekekse zaubern kann, gibt es eine klare FÜR-Stimme von mir. Dann verzichte ich eben auf das Resteessen.
Der Chef nickt. Ob nun aus Resignation oder Überzeugung, kann ich nicht genau sagen. Die Mini-Chefin und ich gucken uns an und zwinkern uns verstehend zu.

Hat jemand Erfahrungen mit dem Thermomix machen können und mag diese mit uns teilen? Lohnt sich die Anschaffung wirklich? Der Preis ist ja ziemlich üppig… Der Chefin geht es vor allem um eine Nutzen-Zeit-Erfahrung. Heißt, wenn sie weniger Zeit für das Kochen aufwendet, das Ergebnis dabei jedoch nahrhaft und gesund bleibt, hat sie mehr Zeit für den Zwerg und mich. Geht die Rechnung auf?

Vielen Dank und bleibt gesund,
grüßt freundlich euer Rockstarhund.

 

*Ironie on, siehe Post über geheime Abkommen, Möhrenbrei und Merkel(eien) hier

**Werbung, da Namensnennung, obwohl noch kein Thermomix gekauft wurde…oder gesponsert 😀

 

Über geheime Abkommen, Möhrenbrei und Merkel(eien).

Nachdem unsere Bundeskanzlerin ein Abkommen mit Petrus getroffen hat und der Sommer unendlich und vor allem unendlich heiß erscheint, habe ich mir gedacht, was die Merkel kann, kann ich auch. Schließlich ist die Angela gerade an allem Schuld. Das Wetter, der Bier-Engpass, der lose Faden an Opa Herbert’s Hose, an der üblen Laune von Frau Pokloch und dass der Wendler schon wieder ein neues Album herausgebracht hat. Ich nenne es die Merkeleien*.

Doch da ich nach dem Motto lebe: „Nicht nur einen Schwanz haben, sondern auch Fuchs sein!“, halte ich mein Abkommen geheim. Das habe ich der Mini-Chefin in die Hand versprochen. Sonst versiegt die Möhrenbreiquelle. Wobei… die Chefin hatte heute etwas von Pastinaken erzählt und dass sie damit einen weiteren Beikostversuch starten will. Na wenn das so schmeckt, wie es sich anhört, werden weder der Zweibein-Zwerg noch ich davon naschen wollen. Das ist nämlich gerade das große Thema in der Rockstar-Wohnhöhle. Beikost. Und wie man das Baby dazu bringt, diese im Mund zu behalten. Ich lache mich heimlich weg, wenn der Inhalt des Löffels mal wieder auf dem weißen Shirt meines Frauchens landet oder direkt auf den Küchenboden kleckst. Letzteres hat für uns beide Vorteile: ich schlecke den Fleck weg und die Chefin hat weniger Arbeit. In einem unbeobachteten Moment, zwinkert mir der Minimensch zu und ich verstehe. Gleich gibt es eine Ladung Möhrenbrei in meine Schüssel und der Zwerg bedient sich mal wieder an der Milchbar. Das Leben kann so einfach sein.

Processed with Focos
Processed with Focos

Einen frohen Tag tut heute kund,
euer ausgefuchster Rockstarhund.

* Ironie on 😉

Sommer. Sonne. Sonnenschein. Am A…!

Sommer. Sonne. Sonnenschein. Wenn noch einer sagt, wie schön, toll, hervorragend dieser Sommer ist, der kann mich mal da, wo ich es am liebsten habe.

Ich kann sie nicht mehr hören, die gute-Laune-Sonne-Menschen und ja-zum-Hochsommer-Sager, weil eben Sommer ist und eine entsprechende Hitze völlig normal. Wisst ihr, was völlig normal ist? Das ich meinen schwarzen Pelzmantel zu jeder Jahreszeit trage, mal mehr, mal weniger gefüttert. Ich kann ihn nicht einfach ablegen und mich von einem frischen Bris-chen abkühlen lassen. Wenn denn eines wehen würde… Die Jacke sitzt. Immer. Und wärmt ganz hervorragend auch im Hochsommer. Und erst recht bei 36 Grad. Also am A… mit euren Freudentänzen und dem Beklatschen der heißgelben Scheibe am wolkenlosen Himmel. Ich will 20 Grad. Einen leichten Regen dazu und in der Nacht angenehme 15 Striche auf dem Thermometer. Jetzt. Sofort.

Die Chefin ist schon ganz früh auf den Beinen und hofft, dass es ihr die Mini-Chefin gleich tun wird. Damit wir raus kommen, bevor die Höllenpforten sich wieder öffnen und uns heißen Wind in Gesicht und um die Schnauze blasen. Doch die kleine Madam schläft selig weiter. Ich kann es ja verstehen. Der gestrige Abend war schwierig und die dicke-warme-Luft-Bedingung in unserer Wohnhöhle nicht geeignet, um zeitig und gut einzuschlafen. Ich schüttele mich lautstark, so dass meine Rute gegen das Bett klopft. Ein empörter Blick der Chefin will mich schon strafen, als es im Bettchen daneben fröhlich gluckst. Geschafft. Der Zwerg ist munter und freut sich. Frauchen auch. Der Chef schläft weiter. Ist nicht seine Zeit. 7.00 Uhr. Wird sie aber bald werden, denke ich und betrachte wohlwollend das lustige Zwergengesicht. Die Chefin ist heute ganz schön auf Zack.

Zack, das Baby gewaschen und gewindelt.
Zack, das hungrige Mäulchen gestillt.
Zack, ein Bäuerchen gemacht.
Und zack hat die Kleine wieder eine volle Windel.

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Wie uns das Karma schon wieder begnete.

Die Chefin ist explodiert. Mitten auf dem Fußweg unweit unserer Wohnhöhle, als das Hinterrad des klapprigen Drahtesels mit ebensolchen klapprigen alten Herren darauf, an der Zündschnur ihres Hutes vorbeischrammte. Zschhhhh! Ich habe es zündeln gesehen und wie sich die Flamme rasend schnell durch sämtliche Contenancen fraß.
„Ui!“, dachte ich „Das wird spaßig.“ Und platzierte meinen Fellhintern auf den sommerwarmen Beton.

„Hey!“, brüllte es auch schon aus der Chefin ihren Mund und funkengleich schoss sie Blicke auf den beige gewandeten Hintern des greisen Übeltäters.

„Kinder bis zwölf Jahre dürfen auf dem Fußweg fahren. Auf ihre Ausrede bin ich gespannt!“

Ein paar Meter weiter stoppte der Alte schlingernd sein Gefährt, war er doch durch den Streifzug auch etwas aus der Balance geraten. Ein behelmter Kopf wackelte in unsere Richtung und buschige Augenbrauen formten eine haarige Raupe über kleinen giftigen Augen.

„Mach dich nicht so breit, Weib!“, wetterte er erstaunlich kräftig.

Aus dem Strohut der Chefin flogen die Funken und ich machte mich auf ein Feuerwerk gefasst. Die Bremsen des Kinderwagens betätigend und meine Leine kürzer fassend – man weiß ja nie – trat sie dem Opa mit gerunzelter Stirn entgegen. „Wie uns das Karma schon wieder begnete.“ weiterlesen

Über Macken und Karma

Die Chefin sagt immer, ich wäre ein Klischee-Hund, was meine Macken betrifft. Weil ich die Postleute angeblich nicht leiden kann. Weil ich laut belle, wenn ich schon von weitem die gelbe Kleidung sehe, oder die blaue von den anderen Briefzustellern. Dabei habe ich gar nichts gegen die Menschen – im Gegenteil. Viele von denen versuchen mich auf ihre Seite zu ziehen, zeigen mir, dass sie mich und im allgemeinen Hunde mögen. In ihren Taschen finden sich Leckerlis und ihre Hände kraulen mein Fell. Das ist doch prima! Manchmal belle ich schon deswegen, damit sie wieder versuchen mich zu besänftigen und damit sie ein Erfolgserlebnis haben, wenn ich dann lieb vor ihnen sitze und mich verwöhnen lasse. Aber eigentlich geht es mir um diese Gefährte, auf denen sie sitzen und von Tür zu Tür rollen. Die großen Taschen, in denen man junge Hunde anstelle der Post verstecken kann und die klappernden Geräusche, wenn sich diese Monster bewegen. Deshalb belle ich. Um sie zu verjagen. Damit sie mich nicht packen und fortschleppen. Nenne es Macke, ich sage, es ist Vorsicht.


Und ich gehe nicht unter einer Leiter hindurch – oder in unserem Fall unter einem Babyhochstuhl. Die Chefin hat dann mal geguckt, was Google zu diesem Aberglauben sagt und meinte, ich hätte wohl Loslass-Ängste. Aha! Schon mal drüber nachgedacht, dass das Gewicht der Mini-Chefin eventuell nicht Normgerecht ist und dass das Plastikstühlchen irgendwann nachgeben könnte? Was, wenn ich mich dann gerade darunter befinde? Außerdem ist es nicht gut fürs Karma, unter ungleichschenklichen Dreiecken hindurch zu gehen.

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Das bisschen Haushalt….

…macht sich nicht allein, sagt die Chefin, während ich mich nach einer Mütze Schlaf erschöpft an den Wäschekorb lehne und die Vormittagssonne genieße. Tatsächlich sehe ich mein Frauchen meist sitzend auf der Couch, im gelben IKEA-Chefsessel (ihr neues Zuhause auf 2 qm sagt sie immer) oder an der Wickelkommode stehend. Immer dabei , die Mini-Chefin. Erstaunlich wie so eine kleine Portion eine so große, wie mein Frauchen auf Trab halten kann. Da werden im Minutentakt Windeln gewechselt – auch so ein Ding, was da alles rauskommt bei dem Zwerg – dann wird dem lautstarken Krähen nach Nahrung und Trinkgelüsten umgehend nachgegeben oder die Bespaßungsmaschine wird angeworfen. Und wenn das Minime meiner Chefs doch einmal schläft, dann wirbelt das Frauchen durch unsere 3-Zimmer-Residenz und versucht ansatzweise Ordnung ins Chaos zu bringen. Immer mit einem Auge auf die kleine Chefin werfend. Und wehe sie muckst auf, dann wird die Höllenmaschine namens Staubsauger ausgepackt und angeworfen. Sehr zu meinem Leid, denn das brummende Monster ist mir mehr als unangenehm. Dem Kind nicht – das schläft tatsächlich wieder ein. Verstehe einer die Menschen.

Ich freue mich meist auf die Nachmittage, dann poliere ich meine schwarzen Lederslipper auf Hochglanz und wir gehen raus. Fußwege, Feldwege, Straßen. Dann kann ich wieder zeigen, wer der Held der Parks ist – ich, der Rockstarhund.

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Die Neue.

Die Neue. Seit über 3 Wochen haben wir eine neue Mitbewohnerin. Sie ist ziemlich klein, aber laut wie nix. Und wenn sie dann in ihren Singsang verfällt, stimme ich ein und gebe den Bariton an. Die Chefs gucken dann immer ganz streng und machen „shhhhh schhhhhh“. Als ob das einen von uns beiden interessiert.

Ob die Neue und ich Freunde werden? Na bis jetzt durfte ich Ihr noch nicht mal quer über die Nase lecken, woher soll ich dann wissen, ob’s bei uns passt. Aber irgendwann, wenn sie Chefs mal nicht hinschauen, dann …. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Euer Rochstarhund

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Hat doch die Töle einen Pelzmantel an…

…oder wie der Schneemann zu seiner Krawatte kam.

„Hat doch die Töle einen Pelzmantel an.“

Der Chef guckt die Chefin fragend an.

„Kennste nicht?“

Ratloses Kopfschütteln.

„Ist aus einem Louis de Funes – Film. Fisch oder Fleisch. Da rennt ein Hund im Fuchskostüm durch den Wald und Louis ruft: Hat doch die Töle einen Pelzmantel an.“

„Mhm…“

Ich halte es wie der Chef und schüttele innerlich das Haupt. Die Chefin findet es witzig.

„Was ich damit sagen wollte, ist, dass mir im Park zwei Frauen begegnet sind und eine davon sehr belustigt auf unseren Hund zeigte und mich dann fragte, ob es zu der Jacke auch eine passende Mütze gäbe.“, erklärt sich das Frauchen endlich.

„Klar!, habe ich gerufen. Sogar passende Stiefelchen, aber die gibt es nur bei Tiefschnee.“

„Was ist daran so lustig, wenn ein Hund eine Jacke trägt? Ich habe auch nicht immer Lust zu erklären, dass er kälteempfindlich ist. Ich sehe ihm ja an, dass er sich der Jacke wegen schämt.“

„Warum redest du dich so in Rage?“, schenkt der Chef jetzt seine volle Aufmerksamkeit seiner Frau und ich schaue zwischen beiden hin- und her.

„Ach, manchmal nervt es einfach. Können die Nichtwisser das nicht einfach akzeptieren, anstatt mit den Fingern auf unseren Hund zu zeigen und ihn auszulachen? Ich habe die Frau auch nicht gefragt, ob sie ihr Hüftgold aufgrund der Kälte trägt.“

Ich sehe, wie sich ein Grinsen auf Herrchens Gesicht schleicht. „Und sonst so, wie war die Hunderunde?“

„Lustig.“, bekommt er als knappe Antwort. Und dann lacht die Chefin los. Ich weiß genau, worauf sie anspielt. Doch von vorn.

„Hat doch die Töle einen Pelzmantel an…“ weiterlesen

Von Bällen und Püpsen

„Du wirst langsam wunderlich.“, meint die Chefin und grinst mich vielsagend an. Ich schaue unter dem Tisch hervor und tue so, als ob ich sie nicht verstehen würde. Dann schickt mich der Chef aus der Küche und auf meine Hundedecke.

„Ich muss es anders angehen.“, denke ich noch, während ich mich auf der weichen Decke zusammenkuschele. Die beiden sind echt hartgesotten und ausdauernd. Oder einfach sehr geruchserprobt. Natürlich weiß ich, dass Betteln am Tisch nicht erlaubt ist. Also schleiche mich unter selbigen und verhalte mich ruhig. Ganz ruhig. Mucksmäuschenstill ruhig. Ich entspanne. Und im entscheidenen Moment lasse ich alle Entspannung aus mir heraus und setze eine kräftige Duftmarke. Okay, auf dem Fliesenboden ist das manchmal mit einem Geräusch verbunden, manchmal gelingt es mir jedoch, die Pobacken so anzuheben, dass meine Flatulenz geräuschlos unter dem Tisch hervor dampft. Der Plan dabei ist, dass meine beiden Menschen angewidert aufspringen und den Raum verlassen. Dann habe ich freien Zugriff. Doch meinen Plan habe ich ohne die beiden gemacht. Die sind zwar angewidert, aber bleiben sitzen und wedeln meine Bombe mit Händen und Beinen zur Tür hinaus. Wie eben auch mich – mit Worten. Diese Methode probe ich nun schon einige Zeit, aber der Erfolg bleibt einfach aus. Vielleicht sollte ich mir etwas neues einfallen lassen. Eine Zeit lang habe ich zum Beispiel mein Fressen nicht mehr angerührt, wenn die Chefin oder der Chef nicht daneben stehen geblieben sind. Aber auch das haben beide kurzfristig durchschaut und sich dann lachend mit dem Finger an die Stirn geklopft. Keine Ahnung was das zu bedeuten hat, aber in der Menschensprache ist so einiges anders. Das Zungeherausstrecken zum Beispiel. Ich denke immer: „Toll, jetzt gibt es eine Liebkosung!“, doch dann ziehen sie ihren kurzen rosa Lappen wieder hinter die Zähne zurück und wenden sich ab. „Von Bällen und Püpsen“ weiterlesen

Die Chefin hat das Wort – von Intim- und Individualdistanzen.

Liebe andere Hundebesitzer und Fellnasenstreichler,

ich verstehe Euer Bedürfnis nach Nähe und Eure Suche nach neuen Spielgefährten für Eure Hunde. Ich verstehe, dass Ihr Freude daran habt, wenn Eure Vierbeiner miteinander toben und sich putzig über die Wiesen jagen. Ich verstehe, dass Ihr Euch für großartige Hundehalter befindet und in Euren Augen alles richtig macht. Ich verstehe es, weil auch ich für meinen Hund das Beste möchte und sehr gut weiß, wie sein Charakter ist und was seine Bedürfnisse sind.

Was ich nicht verstehe, ist Eure häufig vorkommende Distanzlosigkeit. Es hat einen Grund, weshalb ich meinen Hund an die Leine nehme, wenn sich ihm ein anderer, unbekannter oder gar unbeliebter Felltoffel nähert. Das mache ich nicht, um meinem Rüden das Spielen zu vermiesen, sondern weil ich weiß, dass er nicht immer freundlich auf andere reagiert. Nein, er beißt nicht, aber er hat Angst. Und diese macht ihn zu einem Angstbeller. Ein Angstbeller wirkt oft auf andere Hunde aggressiv, weshalb das Gegenüber gern zum Angriff ansetzt, wenn meiner mal wieder die Klappe zu voll genommen hat. Dazu kommt noch, dass mein Hund sich nun an der Leine befindet und er keine Möglichkeit zur Flucht sieht. Die Situation eskaliert. „Die Chefin hat das Wort – von Intim- und Individualdistanzen.“ weiterlesen

Heiter bis stürmisch.

Ich liebe Sonntage. Der Chef und die Chefin starten entspannt in den Tag und am Nachmittag geht es meistens in den Wald. Was für ein (Hunde-) Leben! Und heiter begann auch dieser Sonntag. Gegen 9.30 Uhr streckte die Chefin erst ihre Nase ins Wohnzimmer und blinzelte noch etwas verschlafen, dann folgten ihr Bauch und schlussendlich auch der Rest. Ich rückte mich schon in Pose und präsentierte ihr meinen Bauch zum Kraulen. Tat sie auch. Nur zu kurz. Aber ich will nicht kleinlich sein, da ihr Magen so laut grollte, wie Benno von Weyden, der alte Protzer, wenn er mich sieht. Benno ist ein Chihuahua, wurde aber von einer Rottweilerdame aufgezogen, weil seine eigene Mutter leider zu früh das zeitliche segnete. Jetzt könnt ihr Euch vorstellen, was in seinem kleinen Hundehirn vor sich geht und das auch alle Erklärungsversuche nichts nutzen. Benno hält sich für einen potenten Rottweilerrüden. Doch ich schweife ab.

Nach Cornflakes und Morgentoilette stand die Chefin bereit und zog uns beiden ein tarnfarbenes Mäntelchen an. Sie grinste. Der Chef – heute mit dem Frühstücksdienst beauftragt – fragte, ob wir uns in unserem Partnerlook vor der Welt verstecken wollten. Wenn der wüsste. Eine Tarnkappe für uns beide wäre wohl die bessere Wahl gewesen. Dann ging es los. Ab in den Park. Trotz eisiger Temperaturen blinzelte die Sonne durch milchig weiße Wolken und zeigt noch einmal die Farbenpracht des Herbstes. Gut gelaunt knipste meine Menschin mich von der Leine und animierte mich, die Sonntagszeitung im Park zu lesen. Hier und da kommentierte ich die Berichte oder korrigierte Falschmeldungen. Zwischendurch stärkte ich mich mit kleinen Leckereien aus der Chefin-Tasche. Es war traumhaft. Wir dödelten beide vor uns hin.  „Heiter bis stürmisch.“ weiterlesen

Das Ende der Sendepause.

Der Rockstarhund meldet sich aus einer extrem verlängerten Sommerpause zurück. Fünf Monate sind vergangen, ohne ein schriftliches Lebenszeichen. Doch warum? Ich möchte an dieser Stelle festhalten: Ich war es nicht! Ich habe keine Schuld. Es gab genug zu berichten, denn der Unfug in meinem Kopf ist grenzenlos. Beschwerden sind bitte bei meinen Menschen einzureichen. Beide sind maßgeblich an der Sendepause beteiligt. Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber der Chefin war knapp fünf Monate lang schlecht und dann wurde sie um die Mitte herum immer rundlicher.

Manchmal blinzele ich morgens vorsichtig durch müde Augenlider, ganz vorsichtig, weil ich nicht weiß, ob über Nacht nicht noch ein Zentimeterchen dazu gekommen ist. Sie riecht auch ganz toll und ich weiß, dass in ihrem runden Bauch etwas zappelt. Sie zeigt auch immer drauf und ruft: „Guck! Da ist ein kleines Menschlein drin, das gehört zu uns. Du wirst bald ein großer, haariger Bruder.“ Dann werden ihre Augen ganz feucht und ich weiß, dass ich noch mehr auf sie aufpassen muss. Deshalb belle ich jetzt schon vorsorglich, wenn wir auf eine Runde loslaufen. „Aaaaacccchhhhtung! Hier kommt der Rockstarhund und ich habe sensibles Gut dabei. Also alle runter von der Straße, macht Platz, wir kommen.“ „Das Ende der Sendepause.“ weiterlesen

Was’n da los?

„Hund!“, denke ich „Da stimmt was nicht.“ Seit ein paar Tagen beschenken meine beiden Menschen mich mit mehr Aufmerksamkeit. Sie streicheln mein Fell und werfen sich dann vielsagende Blicke zu. Was auch immer vorgehen mag, ich bin auf der Hut. Planen die zwei einen Urlaub ohne mich? Muss ich in den Kindergarten zu den anderen Banausen, deren Besitzer mal eben in den Flieger steigen oder außerhalb arbeiten? Ich werde es herausbekommen und lautstark meine Meinung kundtun.

Doch irgendetwas ist auch gestern geschehen. Irgendetwas mit mir. Ich bin mir noch nicht sicher, was es zu bedeuten hat, aber wenn ich an mir herabschaue, also dorthin, wo sichtbar meine Coronjes hängt, dann… Aber von vorn.

Die Chefin und der Chef haben Urlaub. Das erkenne ich an den fast ausgeschlafenen Gesichtern, dem seligen Grinsen und an der Zeit, die wir gemeinsam verbringen. Großartig! Am gestrigen Morgen sind wir eine schöne Runde durch den Park gelaufen und nach jedem erledigten Geschäft schwanzwedelte ich fröhlich zu meinen Besitzern zurück. Vielleicht rutschte als Belohnung ein Leckerli aus der Tasche. Tat es aber nicht. Das war etwas enttäuschend, dafür gab es jedoch eine Krauleinheit an Rücken und Hals. Also schlenderten wir zu dritt weiter durch das Frühlingsgrün und meine Menschen erfreuen sich an Vogelgezwitscher und Blütenduft – ich an Hecke ganz unten und an anderen Hinterlassenschaften meiner Kumpel. Wobei die Chefin ganz schön schimpfte, dass unser Viertel – mit Verlaub, das war ihre Ausdrucksweise – so zugeschissen ist. Überall Haufen. Große Haufen. Auch auf den Fußwegen. Ein reinster Hindernislauf. Wen juckt es, denke ich. Aber da ist sie anderer Meinung und zückt zur Bestätigung eine Tüte aus ihrer Tasche. Ich finde das merkwürdig. Sie findet es löblich. Und greift nach jedem meiner Geschäfte mit tütenumwickelnden Fingern voll in den Haufen, rümpft die Nase, atmet lautstark aus und ohne wieder Luft zu holen, stolpert sie zum nächsten Mülleimer. Blöd nur, wenn nicht gleich einer in der Nähe ist und die Chefin seltsam blass um die Nase wird.

„Was’n da los?“ weiterlesen

So geht es bei den Hundechroniken weiter…

Hier ein kleiner Einblick in das Buch zu den Hundechroniken. Neben meinen Abenteuern in Textform, wird es auch einige Comicstrecken für einen bildhaften Einblick in unser Leben geben. Wie dieser hier: das Morgenritual – oder der frühe Vogel interessiert die Chefin nicht.Mit sonntäglichen Grüßen von Eurem Rockstarhund.

Frühling 9.0

Ich drehe durch! Der Frühling klopft ans Türchen und nebst vielfältig sprießenden Krokussen, erblüht auch in mir eine taufrische Zuneigung zur erwachenden Natur. Die der läufigen Hundedamen, die ihre genussvollen Duftmarken gern eben auf jene Blümchen setzen, an denen ich später lecke und meine Chefin diese unwissend fotografiert. Weil die Chefin sich eben auch freut, dass der Winter seinen Rückzug angetreten hat, nur eben auf ihre Weise.

Da mir die Hinterlassenschaften der Damen jedoch so gut munden und meine Menschen das eklig finden, darf ich für eine bestimmte Zeit an einer zehn-Meter-Flexileine zappeln. Was wirklich lustig ist, wenn die Chefin jemand zum Schwatzen gefunden hat und kurz nicht auf mich achtet. Ich aber in der Ferne einen heiße Dame entdecke und mit Anlauf zu ihr sprinte. Nach zehn Metern ist Schluss. Schluss mit dem Erreichen meines Ziels und Schluss mit lustig. Für die Chefin und mich. Obwohl…ein heimliches Kichern nach der ersten Schrecksekunde kann auch ich mir nicht verkneifen. Denn während ich jäh gestoppt werde, greift die Zugkraft auch am anderen Ende der Leine zu. Und wer in Physik aufgepasst hat weiß, was es heißt, wenn sich knapp zwanzig Kilo Lebendgewicht um die Geschwindigkeit des Anlaufs maximieren. Der rechte Arm meiner Chefin hebt sich aus einer entspannten Rumbammelei heraus in die Waagerechte und während Arm und Schulter zuerst dem Zugzwang folgen, beschreibt ihr Kopf einen leichten Abwärtsknick nach links, bevor ihr ganzer Körper sich sprunghaft aus dem Unterhaltungsfeld ihres Gegenübers krümmt um anschließend fast einen Meter weiter im Grasmatsch zu landen. Einer ersten Eingebung nach schaue ich erschrocken und hilflos in ihre Richtung, überlege kurz ob ich dem Duft der Liebe folge oder aus Liebe eher meiner braungrünen Chefin beistehe. Schlussendlich ist sie es, die mich füttert. Ich laufe mit gesenktem Kopf meiner Menschin entgegen. Nicht weil ich mich schäme, sondern weil ich  mein Grinsen verberge.

Sie klopft sich vergebens die Spuren von nasser Erde und Gras aus der Jogginghose, während sie mich vorwurfsvoll anschaut und die Leine bei fünfzig Zentimer einfahren lässt.

„So Freundchen, dass war es mit Freiheit. Jetzt kannst du deine Nase gern in die Luft und nicht mehr in den Boden stecken.“

Ich schaue deprimiert. Mindestens fünf Minuten lang. Ich laufe bei Fuß und blinzele versucht entschuldigend in das Gesicht meiner Chefin. Sie blinzelt zurück.

„Ich weiß ganz genau, was du vorhast.“, guckt sie mit einem Anflug eines Lächelns auf mich herab.

Ich kann ihr eben nichts vormachen. Weder ich noch der Chef. Sie durchschaut uns beide. Denkt sie…

Wir laufen weiter und ich merke, wie die Leine langsam nachgibt und meine Chefin den Stopper der Flexileine gelöst hat. Ihre Gesprächspartnerin begleitet uns ebenfalls, als plötzlich ein Dobermann aus dem Gebüsch springt. Ich besudele mir fast vor Schreck die Hacken. Mein Frauchen schaut auch etwas blass, befiehlt dem Hundehühnen jedoch mit ausgetrecktem Zeigefinger, zurück zu seinem Herren zu gehen, den sie als Punkt irgendwo auf dem Weg ausmacht.

Der Dobermann fixiert erst meine Chefin, dann mich, dann unsere Begleitung, als wäre er unschlüssig, was zu tun sei. Seinen eigenen Herren scheint er schon vergessen zu haben. Ich beginne zu knurren, meine Lefzen zittern gefährlich um mein noch vollständiges Gebiss. Der Dobermann neigt seinen Kopf, als versuche er mich zu verstehen. Wieder schiebt sich meine Chefin zwischen uns und brüllt dem fremden Hund Befehle entgegen, während die andere Frau ebenfalls Befehle brüllt, aber in die Richtung des Besitzers. Dann wechseln sich die Frauen ab. Ich habe mittlerweile meine Toleranzgrenze erreicht und überlege zum Angriff überzugehen, ehe es der Andere tut. Doch bevor ich meine angekündigten Hiebe in die Tat umsetzen kann, trollt sich der Dobermann und wackelt schwanzlos vergnügt zurück zu seinem Herren, der entspannt qualmend endlich das Szenario erreicht hat.

„Junge!“, höre ich meine Chefin schimpfen. „Wechsel mal die Kräuter in deinem Paper und komm aus dem Knick.“

Dann trollt sich jeder in eine andere Richtung und verdaut die Situation auf seine Weise.

„Ist das bei dir immer so spannend?“, höre ich die Frau neben meinem Frauchen fragen. Diese guckt nur und grinst wissend. Ist halt noch alles dran, an dem kleinen Rockstar. Den Rest der Strecke bin ich sehr bemüht, jeden Anlass von Stress aus dem Weg zu gehen, denn über uns bricht sich die Dämmerung und damit auch die Zeit des Abendessens an.

Der Rockstarhund in: Best of I’SSN RÜDE! …und andere Geschichten.

Könnt Ihr es auch riechen? Bald ist Weihnachten! Und wenn Ihr Hunde liebt oder jemanden kennt, der auf uns Fellnasen steht, dann habe ich hier ein kleines Herzensgeschenk anzubieten. Das Buch „Best of: ISS’N RÜDE! …und andere Geschichten“.

In den 25 Kurzgeschichten bekommt ihr Einblick in das Leben unserer vierbeinigen Lebenspartner. Aus der Sicht von Herrchen und Frauchen, aber auch aus dem Blickwinkel der manchmal genervten Hunde.

Heiter, besinnlich und immer wieder liebenswert.
Ich bin auch dabei

Überall wo es Bücher gibt, z. B. hier: Amazon.

Ich wünsche Euch ein kuscheliges Wochenende und einen schönen 1. Advent!

Euer Rockstarhund!

Scream on Halloween.

Vor mir erstreckt sich ein stiller Bergsee, der in der Dämmerung violett schimmert. Die Luft ist klar und frisch. Berge umsäumen das Wasser wie stille Schattenriesen und der Mond hängt wie eine silbrige Scheibe am sich verdunkelnden Himmel. Während meine Menschen in der hell erleuchteten Blockhütte werkeln und würzige Düfte durch die geöffnete Tür wabern, habe ich mich rausgeschlichen um noch ein wenig von unserem Urlaubsort zu erkunden. Keine Menschenseele weit und breit. Stille.

Ich umlaufe das Grundstück und erschnüffele die wenige Nachrichten anderer Tiere, als ich rechts von mir ein Rascheln vernehme. Ich halte inne und meine Nasenspitze zittert in der kühlen Abendluft. Da, es raschelt wieder. Eine Pfote vor die andere setzend, gehe ich dem Geräusch nach. Ein feiner Duft streift mein empfindliches Geruchsorgan und ich folge ihm. Meine Augen haben sich etwas an das Dämmerlicht gewöhnt und so kann ich einen Schatten wahrnehmen, der seltsam unbeholfen, aber flink über den Boden huscht. Ich nähere mich leise. Der Schatten bleibt stehen. Ich auch. Eine kleine Weile vergeht, dann bewegt sich das seltsame Geschöpf weiter. Ich ebenfalls. Es bleibt erneut stehen, uns trennt kein Meter. Dann verformt sich die Gestalt und kugelt sich ein. Es reicht. Ich platze fast vor Neugier und tapse die letzten Zentimeter auf das Ziel zu. Es riecht etwas faulig. Mit meiner Schnauze stupse ich die Kugel an und fahre im selben Moment erschrocken zurück. Ein kurzes Aufjaulen unterstreicht den piekenden Schmerz meiner Nase. Ein Igel. Ich bin einem Igel auferlegen. Fast schon beleidigt belle ich ihn kurz an und trolle mich abschließend in die andere Richtung.

„Scream on Halloween.“ weiterlesen

Die da?

Die Chefin hat gesagt, ich soll nicht alle meine Geschichten vorab verraten. Schließlich brauchen wir noch Material für das Buch. Sonst liest es keiner. Deshalb heute nur ein Kurzer von mir:

Die da.

Es ist Sonntag und die Chefin trinkt Tee in ’nem Café,
als ich dieses schöne Wesen an dem Tresen stehen seh’.
Gesell ich mich dazu und hab’n Lied für sie gebellt,
naja ich gebe zu ich hab getan als wär’ ich Hund von Welt.

Doch alles lief wie geschmiert, was mache ich mir Sorgen.
Denn wir bepinseln und verwinseln uns für Übermorgen.
Und ich wollt mit ihr in den Park geh’n,
stattdessen war’n wir fressen,
denn sie hatte den Wetterbericht geseh’n und den Regenmantel vergess’n.

Sie an meinen Fressnapf zu führen,
allein mit mir im Küchenlicht.
Hey hat sie sich dann bedankt? – Natürlich nicht.
Doch sie sagte noch zu mir dass wir später gemeinsam Gassi geh’n,
und seitdem wart’ ich darauf, sie wiederzuseh’n.

Und jetzt alle!

Ist es die da, die da am Eingang steht,
oder die da, die dir den Kopf verdreht.
Ist es die da die mit’m dicken Fellpulli an Mann.
Nein es ist die Hündin – die mich ab heute mal kann.

 

Mit freundlicher Inspiration der Fantastischen 4 für „Die da“.
Der Rockstarhund goes Hiphop.

 

Shades Of Grey -das Leben ist bunt.

„Die kommt aus Ungarn.“

„Hm, ich weiß.“

„Als ob wir hier nicht genug Hunde in den Tierheimen hätten.“

„Oh, mir war gar nicht bewusst, dass sich Tierschutz allein auf Deutschland begrenzt.“

„Wie meinen Sie das?“

„So wie ich es sage. Der Hund im ansässigen Tierheim hat genauso eine Chance auf ein gutes Zuhause, wie der Hund aus Ungarn, Polen, Tschechien oder irgendwoher. Zumal unsere Heime den Tieren ein Dach über dem Kopf und regelmäßiges Futter bieten. Das ist in anderen Ländern nicht immer bedingbar.“

Eine kurze Pause entsteht und ich schaue aufmerksam von meiner Chefin zu der anderen Frau, deren Mops mir gerade wiederholt am Hintern schnüffelt.

Manchmal denke ich, dass diese Art der Sympathiebekundung es auch Menschen einfacher machen würde, miteinander umzugehen. Eine kurze, aber intensive Geruchsprobe und schon klärt sich die Frage der Anziehung. Während ich meinen Gedanken nach- und den Mops versuche abzuhängen, wird das Gespräch und die Luft obenrum dünner.

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Das letzte Wort … habe immer noch ich.

„Was für eine Rasse ist der?“, fragte die eine, der ganz in blau gewandeten Damen meine Chefin, die etwas hilflos mit den Schultern zuckt. Dann zuckt es kaum vernehmbar um ihre Mundwinkel und ich ahne Schalkhaftes.

„Pokö-Labbistafvis*.“, jetzt war es draußen.

„Wie meinen?“

Sie entschließt sich, verständlicher zu antworten. „DER ist keine Rasse.“

„Ein Mischling also.“, begreift die Uniformierte. Sie hat viele Falten im Gesicht, wie mein Kumpel Erwin, ein Shar-Pei. Im Gegensatz zu ihm sieht sie jedoch weniger drollig aus. Eher so, als hätte man ihr drei Tage nichts zu essen gegeben. Ihre Lefzen hängen auf halb acht, genau wie das graubraune Fell auf ihrem Kopf.

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Die Chefin und ich am Rande des Wahnsinns.

Beim Rockstarhund war viel los in der letzten Zeit, so viel, dass nicht alles in eine Geschichte passt. Aber lasst mich erzählen, von den Dingen, die meine Chefin und mich an den Rand des Wahnsinns und wieder zurück brachten, von Gästen, die mein Bett belegten und meinem trickreichen Leckerlikonsum.

Die Chefin schüttelt nicht verstehend ihren Kopf, während sie auf ihr Smartphone starrt. Dann wischt sie hier und tippelt da, schüttelt den Kopf noch heftiger, so dass sich die kunstvoll arrangierten Haarwellen zu einer Sturmflut aufstellen. Dann legt sie das Handy weg und schaut mich grübelnd an.

„Hund“, beginnt sie mit fester Stimme und ich ahne Schlimmes „Wir müssen in Zukunft kürzer treten. Also du an der Leine. Das heißt, dein Wende- und Schnupperradius wird um mindestens sechs Meter gekürzt. Du läufst ab heute bei Fuß.“

Ich gucke sie aus treuherzigen Augen an, sehe die Worte aus ihrem Mund purzeln und versteh doch so gar nicht ihren Inhalt.

„Warum?“, stöhne ich fragend auf, und wie immer deutet die Chefin meine nonverbale Kommunikation richtig.

„Im Park ist mal wieder ein Irrer unterwegs, der Giftköder auslegt. Diesmal gut getarnt als belegte Schulbrote. So sieht es zumindest für die Spaziergänger aus. Wie weggeworfene Schnitten, die ein Kind nicht mehr essen wollte. Doch darin verbirgt sich Rattengift. Und als ob das nicht schlimm genug wäre, liegen diese Scheiben nahe des Kinderspielplatz aus. Das dritte Mal schon. Ich verstehe diese Menschen nicht. Was geht in deren Hirn vor? Oder ist im Oberstübchen nur das Licht an und keiner daheim?“

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Salut! aus der Normandie

Ich grüße euch vom Nordatlantik, aus der Normandie. Wir machen Urlaub, der Chef, die Chefin und ich. Seit ein paar Tagen sprechen die beiden ganz merkwürdig, das heißt, die eine versucht es, der andere kann es. Sie nennen es französisch und ich finde, nach einer Weile hört es sich sehr nett an. Ich heiße jetzt nicht mehr Lenny, sondern Lénniiii. Wir haben einen Teil der Wohnung mitgenommen und diese auf vier Räder gepackt. Der Chef hat alles begutachtet und mir mit wichtiger Mine erklärt, dass im Camper nicht rumgesaut wird. Hm. Camper. Rumsauen? Ich weiß gar nicht, was er meint. Doch ich möchte euch nicht mit Nichtigkeiten langweilen, sondern von meinen Erlebnissen berichten.

Habt ihr schon einmal am Hintern einer Französin geschnüffelt? Ich kann euch sagen: Oh lala! Das Popöchen schwingt nicht nur reizend hin- und her, nein es sieht auch verdammt gut aus und duftet nach… „Salut! aus der Normandie“ weiterlesen

Hot Dogs – Summer In The City

Leute, ich bin fertig! Die Chefin guckt mich schon die ganze Zeit schräg an, weil ich einfach nicht zur Ruhe komme und ihr in jedes Zimmer hinterher schleiche. Es könnte schließlich sein, dass sie spontan spazieren gehen will. Das darf ich nicht verpassen. Ich muss mit. Manchmal habe ich ein wenig Angst, dass sie mich daheim vergisst und ganz allein auf Wanderschaft geht, zwischen Wiesen, Blumen, Bäumen und Seen. Und umgeben von all’ den großen, kleinen, dicken, dünnen, alten und jungen Hündinnen, die derzeit so wundervoll duften. Heute morgen erst ist uns Lina, eine Rottweiler-Schönheit, auf unserer Runde begegnet. Schon von weitem erschnupperte ich ihr köstliches Odeur, eine erdige Kopfnote, fein abgestimmt mit süßer Wollust. Diese zeigte mir Lina auch direkt, indem sie ihre Rute zur Seite und mir ihr Hinterteil entgegen streckte. Sämtliche Synapsen in meinem kleinen Hundehirn brannten durch – wohl aber nicht die Leine und mein Popeye-starkes Frauchen am anderen Ende derer. Mit einem lauten Ratsch rastete meine zehn Meter langen Rolleine, auf fünfzig Zentimeter gekürzt ein. Ich hing vorn strampelnd in der Luft, während meine Pfoten hinten über den Asphalt scharrten.

Zusammen zappelnden wir an Lina vorbei, was nicht nur für sie ein seltsames Bild ergab, auch für den Menschen an ihrer Leine. Der guckte nämlich ähnlich schräg wie die Chefin und hielt reichlich Abstand zu uns.

Die nächste Ecke als Sichtzuflucht nehmend, stolperten wir direkt in eine erneute erfreuliche Situation. Also für mich, nicht für die Chefin. Denn dort tippelten uns fröhlich Frau Mutzel, eine zuckersüße Prager-Rattler-Hündin und ihr Frauchen entgegen. Das Frauchen ist die Freundin meiner Menschin, Frau Mutzel ist die meine. Nun könnt ihr euch unsere Freude vorstellen, wobei ich die meine sehr offen und sehr innig meiner kleinen Freundin gegenüber zeigte und die Chefin damit beschäftigt war, alle anwesenden Lebewesen aus dem nun entstandenem Leinen-Wirrwarr zu befreien. Klappte nicht ganz, da Frau Mutzel mit mir Hasche spielte und ich bereitwillig ihrem Lockruf folgte. Also dachte ich zumindest, bei den Frauen weiß man ja nie. Dann klemmte sie auch noch ihre Rute zwischen die Beine, so dass meine Aussicht weniger verlockend, als der Duft war, der sie umgab. Hatte sie keine Lust mehr? Ich hielt kurz inne. Das reichte jedoch aus, um Leinen, Menschen und Hunde voneinander zu lösen und die Gunst der Stunde zu nutzen, auf die gegenüberliegende Straßenseite zu flüchten. Meine Chefin rief ihrer Freundin Nettigkeiten zu, während mir Frau Mutzel scheinbar erleichtert von der anderen Straßenseite zugrinste. Verstehe einer die Frauen. Vor drei Tagen hatte sie sich mir noch bereitwillig untergeschoben und nun täuschte sie Unwohlsein vor. Weiber! In meinem Kopf waberte Nebel und ich trottete hinter meinem Frauchen her. Eigentlich zog sie mich über die Wege bis nach Hause, weil ich meine Nase tief in den Staub derer steckte und jeden Grashalm einzeln beschnüffeln musste. Manchmal schob ich schnell meine Zunge hinterher, um wenigstens ein wenig von dem Geschmack abzubekommen, was ich verpasst hatte. Das reichte dann auch, um mein liebevoll arrangiertes Futter nur kurz anzutesten, um es dann beleidigt und von Erde gesättigt stehen zu lassen.

Die Chefin schüttelt mit dem Kopf. Ich auch. Wir verstehen uns heute nicht so gut. Wie auch. Sie ist ja ebenfalls ein Mädchen.

Ein PoKö-Labbistafviz. Zum Tag des Mischlinghundes.

„Wer bist du denn?“, fragt mich der Typ, dessen Fell allein um die Schnauze wächst. Bunt ist er. Auf seiner Haut tummeln sich unzählige Bilder. Bestimmt fehlt ihm deshalb die Behaarung. Er steht über mir, die Hände in die Seiten gestemmt und blickt mich fragend an. Ich schaue zurück und belle ein bisschen.

„Lenny, Rockstar-Hund und der beste Freund von Pippa.“

Er versteht mich nicht, die Chefin schon und übersetzt meine Antwort in ein für ihn verständliches Deutsch.

„Ahhh!“, tonalt nun der Bärtige. „Und WAS bist du?“, fragt er wieder an mich gewandt.

„Ein Hund!“, belle ich ihm entgegen. „Alter, was sonst. Vier Beine auf einem geschmeidigen Körper, eine Rute, ein Kopf und zwei Ohren. Eine Schnauze, die dich gerade anbellt, was beweist: Ich bin ein Köter.“

Wieder schaut er die Chefin an, die nun wissend in sich hinein schmunzelt.

„Ist wahrscheinlich ein Pokö.“, beginnt sie mit ihrer freien Übersetzung. „Mit einem Schuss Labbistafviz.“

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