Über Macken und Karma

Die Chefin sagt immer, ich wäre ein Klischee-Hund, was meine Macken betrifft. Weil ich die Postleute angeblich nicht leiden kann. Weil ich laut belle, wenn ich schon von weitem die gelbe Kleidung sehe, oder die blaue von den anderen Briefzustellern. Dabei habe ich gar nichts gegen die Menschen – im Gegenteil. Viele von denen versuchen mich auf ihre Seite zu ziehen, zeigen mir, dass sie mich und im allgemeinen Hunde mögen. In ihren Taschen finden sich Leckerlis und ihre Hände kraulen mein Fell. Das ist doch prima! Manchmal belle ich schon deswegen, damit sie wieder versuchen mich zu besänftigen und damit sie ein Erfolgserlebnis haben, wenn ich dann lieb vor ihnen sitze und mich verwöhnen lasse. Aber eigentlich geht es mir um diese Gefährte, auf denen sie sitzen und von Tür zu Tür rollen. Die großen Taschen, in denen man junge Hunde anstelle der Post verstecken kann und die klappernden Geräusche, wenn sich diese Monster bewegen. Deshalb belle ich. Um sie zu verjagen. Damit sie mich nicht packen und fortschleppen. Nenne es Macke, ich sage, es ist Vorsicht.


Und ich gehe nicht unter einer Leiter hindurch – oder in unserem Fall unter einem Babyhochstuhl. Die Chefin hat dann mal geguckt, was Google zu diesem Aberglauben sagt und meinte, ich hätte wohl Loslass-Ängste. Aha! Schon mal drüber nachgedacht, dass das Gewicht der Mini-Chefin eventuell nicht Normgerecht ist und dass das Plastikstühlchen irgendwann nachgeben könnte? Was, wenn ich mich dann gerade darunter befinde? Außerdem ist es nicht gut fürs Karma, unter ungleichschenklichen Dreiecken hindurch zu gehen.

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Das bisschen Haushalt….

…macht sich nicht allein, sagt die Chefin, während ich mich nach einer Mütze Schlaf erschöpft an den Wäschekorb lehne und die Vormittagssonne genieße. Tatsächlich sehe ich mein Frauchen meist sitzend auf der Couch, im gelben IKEA-Chefsessel (ihr neues Zuhause auf 2 qm sagt sie immer) oder an der Wickelkommode stehend. Immer dabei , die Mini-Chefin. Erstaunlich wie so eine kleine Portion eine so große, wie mein Frauchen auf Trab halten kann. Da werden im Minutentakt Windeln gewechselt – auch so ein Ding, was da alles rauskommt bei dem Zwerg – dann wird dem lautstarken Krähen nach Nahrung und Trinkgelüsten umgehend nachgegeben oder die Bespaßungsmaschine wird angeworfen. Und wenn das Minime meiner Chefs doch einmal schläft, dann wirbelt das Frauchen durch unsere 3-Zimmer-Residenz und versucht ansatzweise Ordnung ins Chaos zu bringen. Immer mit einem Auge auf die kleine Chefin werfend. Und wehe sie muckst auf, dann wird die Höllenmaschine namens Staubsauger ausgepackt und angeworfen. Sehr zu meinem Leid, denn das brummende Monster ist mir mehr als unangenehm. Dem Kind nicht – das schläft tatsächlich wieder ein. Verstehe einer die Menschen.

Ich freue mich meist auf die Nachmittage, dann poliere ich meine schwarzen Lederslipper auf Hochglanz und wir gehen raus. Fußwege, Feldwege, Straßen. Dann kann ich wieder zeigen, wer der Held der Parks ist – ich, der Rockstarhund.

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Die Neue.

Die Neue. Seit über 3 Wochen haben wir eine neue Mitbewohnerin. Sie ist ziemlich klein, aber laut wie nix. Und wenn sie dann in ihren Singsang verfällt, stimme ich ein und gebe den Bariton an. Die Chefs gucken dann immer ganz streng und machen „shhhhh schhhhhh“. Als ob das einen von uns beiden interessiert.

Ob die Neue und ich Freunde werden? Na bis jetzt durfte ich Ihr noch nicht mal quer über die Nase lecken, woher soll ich dann wissen, ob’s bei uns passt. Aber irgendwann, wenn sie Chefs mal nicht hinschauen, dann …. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Euer Rochstarhund

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Hat doch die Töle einen Pelzmantel an…

…oder wie der Schneemann zu seiner Krawatte kam.

„Hat doch die Töle einen Pelzmantel an.“

Der Chef guckt die Chefin fragend an.

„Kennste nicht?“

Ratloses Kopfschütteln.

„Ist aus einem Louis de Funes – Film. Fisch oder Fleisch. Da rennt ein Hund im Fuchskostüm durch den Wald und Louis ruft: Hat doch die Töle einen Pelzmantel an.“

„Mhm…“

Ich halte es wie der Chef und schüttele innerlich das Haupt. Die Chefin findet es witzig.

„Was ich damit sagen wollte, ist, dass mir im Park zwei Frauen begegnet sind und eine davon sehr belustigt auf unseren Hund zeigte und mich dann fragte, ob es zu der Jacke auch eine passende Mütze gäbe.“, erklärt sich das Frauchen endlich.

„Klar!, habe ich gerufen. Sogar passende Stiefelchen, aber die gibt es nur bei Tiefschnee.“

„Was ist daran so lustig, wenn ein Hund eine Jacke trägt? Ich habe auch nicht immer Lust zu erklären, dass er kälteempfindlich ist. Ich sehe ihm ja an, dass er sich der Jacke wegen schämt.“

„Warum redest du dich so in Rage?“, schenkt der Chef jetzt seine volle Aufmerksamkeit seiner Frau und ich schaue zwischen beiden hin- und her.

„Ach, manchmal nervt es einfach. Können die Nichtwisser das nicht einfach akzeptieren, anstatt mit den Fingern auf unseren Hund zu zeigen und ihn auszulachen? Ich habe die Frau auch nicht gefragt, ob sie ihr Hüftgold aufgrund der Kälte trägt.“

Ich sehe, wie sich ein Grinsen auf Herrchens Gesicht schleicht. „Und sonst so, wie war die Hunderunde?“

„Lustig.“, bekommt er als knappe Antwort. Und dann lacht die Chefin los. Ich weiß genau, worauf sie anspielt. Doch von vorn.

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